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Aivy-Deal geplatzt: Darum sagten Maschmeyer und Wöhrl doch ab


In der Present konnte Aivy gleich zwei Löwen für seine Bewerbungs-App gewinnen. Doch der Deal platzte später – weil es Streit um Vertragsdetails gab.

Die Berliner Gründer von Aivy bei der Aufzeichnung ihres Auftritts in der TV-Present „Die Höhle der Löwen“.
TV Now / Bernd-Michael Maurer

Recruiting-Instruments sind beliebt bei Investoren – sie versprechen Geld und Wachstum. Fachkräftemangel, zunehmendes Homeoffice und die schleppende Digitalisierung des Mittelstandes schaffen eine hohe Nachfrage nach Personalsoftware. Das beweist nicht zuletzt das mit quick sechs Milliarden Euro bewertete HR-Startup Personio.

Daran könnten auch Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhl gedacht haben, als die Gründer Florian Dyballa, Boas Bamberger, David Biller und Arbnor Raci den Investoren in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ ihre Talente-App Aivy vorstellten. Über die App können sich Jobsuchende ein Profil erstellen und in kleinen Spielen ihre beruflichen Stärken herausfinden. Zudem können Unternehmen für offene Stellen Anforderungsprofile erstellen, auf die sich Nutzer bewerben können und per Hyperlink durch ein kurzes Evaluation geführt werden. Die Ergebnisse der Case Research übermittelt die Software program wieder an die Unternehmen, die nun erkennen, welche Kandidaten am besten auf die Stelle passen.

Maschmeyer und Wöhrl waren schnell überzeugt. Der Deal: 450.000 Euro für 20 Prozent der Anteile boten sie Aivy an. Ursprünglich waren die Gründer bereit, für die Summe nur zehn Prozent abzugeben. Die Investoren handelten zudem aus, ein Zehntel der Anteile sofort übertragen zu bekommen, die restlichen zehn Prozent im Laufe ihrer unternehmerischen Unterstützung.

Früherer Investor stellt sich quer

Trotz Handschlag ist der Deal nach der Present jedoch nicht zustande gekommen, wie Gründerszene erfahren hat. Aivy-CEO Florian Dyballa erklärt, Gründer und Investoren hätten unterschiedliche Vorstellung bei der „konkreten Ausgestaltung der Meilensteine“ gehabt. Dennoch betont der Wirtschaftspsychologe: „Wir haben die Zusammenarbeit mit Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer als sehr professionell wahrgenommen.“ Diesen Eindruck teilen auch die Investoren: „Wir bedauern sehr, dass der Deal nicht zustande gekommen ist. Wir hatten einen guten Austausch“, so Maschmeyer. Als Grund für das Scheitern gibt er an, dass sich ein Altgesellschafter in den Verhandlungen quergestellt habe.

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Nachrecherchen von Gründerszene haben ergeben, dass es Streit beim Aufsetzen des Gesellschaftervertrages gegeben hat. Ein Altgesellschafter sei mit den Bedingungen und Requirements nicht einverstanden gewesen. Daraufhin habe sich Wöhrl entschieden, sofort auszusteigen, während Maschmeyer die Gespräche zunächst weiterführte. Die Zustimmung des Altgesellschafters hätten die Investoren, die mit über 75 Prozent die Mehrheit der Stimmen hatten, zwar nicht gebraucht. Dennoch löste sich das Funding auf. Sich zu einem späteren Zeitpunkt am HR-Startup zu beteiligen, schließt Maschmeyer allerdings nicht komplett aus.

Aivy besorgt sich anderweitig Geld

Aivy konnte derweil eine andere Finanzierung abschließen, heißt es von CEO Dyballa, ohne Particulars zu nennen. Zudem hätten sie Ratschläge der Löwen-Investoren bei ihrem Produkt umgesetzt: „Die Teilnahme bei DHDL hat uns dazu motiviert, unsere App wieder kostenlos für Talente anzubieten und sie sogar zu verbessern. Das entspricht unserer Mission sichtbar zu machen, was nicht im Lebenslauf steht.“

Aivy haben die vier Berliner im Jahr 2020 gegründet. Die Idee zu einer IT-optimierten Berufswahl entwickelten Dyballa und Bamberger bereits einige Jahre vorher. Für die Umsetzung erhielten sie unter anderem Fördergelder aus dem EXIST-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums und der EU. Mittlerweile haben die Gründer um CEO Dyballa über 40 Firmenkunden gewonnen, darunter das Schokoriegel-Startup The Nu Firm, Nivea-Konzern Beiersdorf und das Gesundheitsunternehmen Fresenius. Inzwischen sei auch das Staff gewachsen und habe sich seit der DHDL-Teilnahme verdoppelt.

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