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„Anne Will“: Ansage von Ukraine-Außenminister: „Dann kämpfen wir mit Schaufeln“


Es ist bitter und es trifft vielleicht nicht für eine große Anzahl zu an Menschen zu, aber: Sind die Deutschen müde, immer noch mehr über den Krieg in der Ukraine zu erfahren? Und gibt es vielleicht auch nicht genug zu diskutieren, während die Kämpfe mühsam verlaufen und die Ukraine nicht siegen kann? Nicht siegen muss? „Solidarität mit der Ukraine – wozu sind Deutschland und Europa bereit?“ heißt das Thema im Sonntags-Talk „Anne Will“.

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„Anne Will“: Ukraine-Diskussion im Ersten bringt wenig bis nichts hervor

Es bringt einer auf den Punkt, der ansonsten nicht viel beigetragen hat zur Diskussion an diesem Sonntag in der ARD. Es ist Michael Müller, SPD-Politiker und vormals besser bekannt als Regierender Bürgermeister von Berlin. „Es geht hier bunt hin und her“, konstatiert Müller. Und er hat recht. Die Diskussion bei „Anne Will“ leidet an Zerfaserung und Mattheit. Die Moderatorin lenkt erschreckend lasch eine Runde, die zwischen EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine und Waffenlieferungen pendelt und wenig bis nichts hervorbringt.

Von der Leyen kontra Journalist: Ist die Ukraine Vorbild oder weit oben bei Korruption?

Optimistisch startet Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, in die Sendung. Auf politischer Ebene will sie das schwer gebeutelte Land schnell in die EU holen. Sie sagt beim Talk im Ersten: „Die Ukraine hat es sich verdient.“ Auf Nachfragen dann: Ja, man müsse „noch mehr Reformen sehen“. Aber vieles sei jetzt schon so vorbildlich, „da kann sich mancher Staat in der EU eine Scheibe abschneiden“.

Was aber ist mit Korruption in großem Stil? „Weit oben“ stünde da die Ukraine, befindet der Journalist Christoph Schwennicke. Die Ukraine habe sich, so Schwennicke, stark zwar entwickelt und Richtung Europa bewegt. „Aber es gibt keinen Automatismus“, so der Publizist, die Ukraine schneller als andere Kandidaten aufzunehmen. Das sieht auch Michael Müller so: „Andere Kandidaten dürfen nicht verprellt werden.“

Vorwurf vom CDU-Politiker: Von Putin abhängig gemacht

CDU-Politiker Johann Wadephul wird zum Besuch des Kanzlers in der Ukraine befragt. „Olaf Scholz loben? Das mache ich gerne.“ Seinen Nebensitzer Schwennicke lobt Wadephul nicht. Im Gegenteil. „Sie machen sich von Herrn Putin abhängig“, wirft er dem Journalisten vor. „Nein, das mache ich nicht. Es ist ein legitimes Ziel, nicht Kriegspartei zu werden.“ Es ist mühsam dieser Diskussion etwas Gehaltvolles abzugewinnen. Claudia Major, Politikwissenschaftlerin, hat wenigstens eine klare Meinung. „Unterstützen wir die Ukraine genug? Nein, momentan nicht.“ Sie findet aber auch, dass es gut sei, die Ukraine aufzunehmen – aus Sicht der EU. Auch deshalb: „Wenn die EU sich nicht reformiert, gibt es das Risiko, dass sie sich überhebt.“

Kuleba agiert anders als der giftige Botschafter der Ukraine, aber dennoch vorwurfsvoll

Dmytro Kuleba, Außenminister Ukraine, ist zugeschaltet aus Kiew. Anders als der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bemüht sich Kuleba zumindest um eine angemessene Tonlage. Deutlich ist er dennoch. „Es wäre ein historischer Fehler, wenn die EU-Staaten nicht zustimmen.“ Da geht es um die Aufnahme der Ukraine in den Kandidatenstatus. Und die Waffenlieferungen? „Wir glauben, dass Deutschland mehr tun könnte.“ Deutschland steht zurzeit auf Platz 8 der Lieferländer, hinter etwa Estland.

 

Ein moralischer Appell von Kuleba folgt: „Je später sie uns die Waffen schicken, desto mehr Menschen werden sterben. Das ist ganz einfach.“ Russland sei seinem Land derzeit zahlenmäßig überlegen. Aufgeben ist für den ukrainischen Außenminister dennoch keine Option: „Wenn wir keine Waffen erhalten, dann werden wir mit Schaufeln kämpfen“, sagt Kuleba. Man mag es ihm glauben.





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