Business

Autovermieter Sixt: Wer lenkt das Unternehmen wirklich?


Die Brüder und Geschäftsführer Alexander Sixt (hyperlinks) und Konstantin Sixt
image alliance/dpa | Peter Kneffel

Vergangenes Jahr hat der langjährige CEO des Autovermieters Sixt, Erich Sixt, nach mehr als 50 Jahren das Steuer an seine beiden Söhne Alexander und Konstantin Sixt übergeben.

Es ist jedoch fraglich, ob sich Erich Sixt als neuer Aufsichtsratsvorsitzender voll aus dem Unternehmensgeschehen heraushält. Schließlich stand er mehr als ein halbes Jahrhundert an dessen Spitze.

Die beiden Brüder sind laut dem US-Magazin „Forbes“ jeweils 1,3 Milliarden US-Greenback schwer, damit schafften sie es dieses Jahr zum ersten Mal auf die „Forbes“-Milliardärs-Liste.

Wer mehr als ein Jahrzehnt an der Spitze eines Unternehmens stand, der hat meist ein Drawback damit, die Führung abzugeben. So struggle es bei Dieter Zetsche, der 13 Jahre lang Vorstandsvorsitzender von Daimler struggle. Noch härter muss es sein, wenn ein Chef gleich mehrere Jahrzehnte eine Firma leitet und diese Firma dann auch noch ein Familienunternehmen ist. So etwa bei dem Autovermieter Sixt.

Vergangenes Jahr übergab der bisherige Vorstandsvorsitzende Erich Sixt nach mehr als 50 Jahren an der Spitze das Unternehmen an seine beiden Kinder, Alexander und Konstantin Sixt. Seitdem führen sie das Unternehmen als gleichberechtigtes Doppel-Gespann. Die Aufgaben allerdings haben sich die Brüder aufgeteilt: Alexander Sixt ist verantwortlich für die Strategie und Organisation, Konstantin für den Vertrieb. Übergeordnetes Ziel ist die weitere Digitalisierung des Unternehmens, die sie bereits in den Jahren zuvor vorantrieben.

Sitzt Erich Sixt noch immer am Steuer?

Loslassen aber konnte der Vater das Steuer offenbar nicht so recht. Unmittelbar nach Ende seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens wechselte er in den Aufsichtsrat – natürlich als dessen Vorsitzender. Regular ist das nicht, in der Regel gilt in Deutschland eine sogenannte „Cooling Off-Section“, additionally eine Abkühlphase, bevor man in den Aufsichtsrat des eigenen Unternehmens wechselt. Erich Sixt selbst sagte bei der Übergabe an seine Söhne, er gehe jetzt in den „Teilzeit-Ruhestand“.

Die „Tagesschau“ bezeichnet die Übergabe als „halbherzigen Machtwechsel“ und schreibt: „Kaum vorstellbar, dass sich Erich Sixt aus großen unternehmerischen Entscheidungen künftig vollkommen raushält“. Die „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete Erich Sixt als „Unternehmer, der nun angeblich aufhören will“. Auch die Aktionärsvertreter sahen den Schritt kritisch. „Ist das sinnvoll?“, fragte beispielsweise Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger laut der Deutschen Presse-Agentur.

Und Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte ebenfalls laut der Deutschen Presseagentur, ihr stünden „eigentlich die Haare zu Berge“ bei einem direkten Wechsel vom Vorstandschef zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Aber aufgrund seiner Lebensleistung „geh‘ ich davon aus, dass er es auch in Zukunft intestine macht“. Die Söhne wiederum sahen es offenbar sportlich. „Unser Vater ist unser allerstrengster Kritiker“, so Alexander Sixt.

Ein Blick zurück: Bereits im Jahr 1969, mit 25 Jahren, übernahm Erich Sixt die Führung des 1912 gegründeten Familienunternehmens von seinem gesundheitlich angeschlagenen Vater und baute es von einer kleinen Autovermietung in Pullach bei München zu einem worldwide tätigen Unternehmen aus. 1969 umfasste die Flotte 200 Fahrzeuge. 

Während seiner Amtszeit wurden unter anderem LKWs in das Sortiment mitaufgenommen und Verträge mit großen Flughäfen geschlossen. Außerdem wandelte er das Unternehmen zunächst in eine Aktiengesellschaft und später in eine SE – eine europäische Aktiengesellschaft um –, führte es 1986 an die Börse und internationalisierte das Unternehmen in den Jahren darauf. Heute ist Sixt laut eigener Aussage in mehr als 100 Ländern tätig, die Fahrzeugflotte besteht aus rund 242.000 Fahrzeugen. 

Lest auch

1,3 Milliarden US-Greenback sind die Brüder jeweils schwer

Die Söhne tragen jetzt nicht nur die Verantwortung im Unternehmen, sondern haben laut „Forbes“ mittlerweile auch das Erbe des Vaters inne. Auf 1,3 Milliarden US-Greenback schätzt das Magazin das Vermögen der Brüder jeweils. Damit schaffen sie es in diesem Jahr neu auf die berühmte Milliardärs-Liste, die das Magazin einmal im Jahr herausgibt. Zusammen würden ihnen 56 Prozent der Sixt SE gehören, damit sind sie die größten Anteilseigner des Unternehmens. Wie aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens aus dem Jahr 2021 hervorgeht, befinden sich die Aktien im Besitz der Erich Sixt Vermögensverwaltung GmbH, deren Anteile „mittelbar und unmittelbar vollständig bei der Familie Sixt“ lägen. Geschäftsführer der GmbH sind Alexander und Konstantin Sixt, übrigens bereits seit 2010. Die übrigen Aktien befinden sich im Streubesitz.

Beide Brüder sind seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen tätig. Konstantin Sixt ist der jüngere von beiden, geboren wurde er im Jahr 1982. Seit 2005 ist er im Unternehmen tätig. Er arbeitete unter anderem als Managing Director, wurde 2015 Chief Gross sales Officer und 2021 schließlich Co-CEO. Zuvor studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Cass Enterprise Faculty in London und machte seinen Grasp in Worldwide Accounting. Sein älterer Bruder Alexander, geboren 1979, studierte an der Ecole Superieure de Commerce de Paris und schloss sein Studium als Diplom-Kaufmann mit den Schwerpunkten Accounting und Company Finance ab. Zunächst arbeitete er bei der Unternehmensberatung Roland Berger, bis er im Jahr 2009 bei Sixt als Leasingchef einstieg. Im Jahr 2015 wurde er Personalchef und damit Mitglied des Vorstands. Seit Juni 2021 sind sie Geschäftsführer.

Als sie das Unternehmen übernahmen, standen die Brüder vor keiner leichten Aufgabe. Die Corona-Pandemie setzte im Jahr zuvor dem Autovermietungsunternehmen zu – die Geschäfts- und Tourismusreisenden fehlten. Dennoch konnte Sixt das Geschäftsjahr 2021 mit einem Gewinn abschließen, sogar mit dem besten Ergebnis in der Firmengeschichte. Das dürfte nicht nur die CEOs, sondern auch den Aufsichtsratsvorsitzenden, ihren Vater, glücklich machen, der auf der Web site im Kapitel der Unternehmensgeschichte übrigens noch immer als Vorstandsvorsitzender bezeichnet wird.

Lest auch



Supply hyperlink

Leave a Reply

Your email address will not be published.