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Berater-Vermittlung: Französischer Freelancer-Marktplatz kauft Comatch


2014 von zwei ehemaligen McKinsey-Beratern gegründet, vermittelt Comatch selbstständige Berater an Firmen. Nun gehört das Startup zum französischen Unternehmen Malt.

Bleiben weiter Geschäftsführer ihres Unternehmens: Die Comatch-Gründer Christoph Hardt und Jan Schächtele (von hyperlinks)
Comatch

Die größte europäische Freelancing-Plattform Malt übernimmt das Berliner Startup Comatch. Das bietet einen kuratierten Marktplatz für freiberufliche Unternehmensberater. Angaben zur Übernahmesumme wollte das französische Unternehmen auf Nachfrage von Gründerszene nicht machen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Comatch sollen im Rahmen der Transaktion übernommen werden. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben 300 Beschäftigte für Malt und 130 bei Comatch.

Das Gründerteam des übernommenen Startups verbleibe in seinen bisherigen Positionen. Comatch wurde 2014 von den ehemaligen McKinsey-Beratern Christoph Hardt und Jan Schächtele gegründet. Seitdem sind rund 15 Millionen Euro in das Unternehmen geflossen. Risikokapitalgeber wie Acton Capital Companions, Christophe Maire über seine Investmentgesellschaft Atlantic Labs und der VC btov hatten sich engagiert.

Die Idee hinter Comatch: Auf einer On-line-Plattform werden selbstständige Berater mit Firmen verbunden. Dabei arbeitet Comatch mit einem Algorithmus: Nur fachlich geeignete Berater können ein freies Projekt on-line sehen; unter denen, die sich dafür interessieren, filtern der Algorithmus sowie das Comatch-Group dann noch einmal aus. Etwa zwei bis drei maßgeschneiderte Bewerbungen würden schließlich beim Kunden landen, heißt es vom Startup. Dessen Versprechen: In nur 48 Stunden soll ein Projekt mit einem passenden Berater besetzt sein.

Beide Marken bleiben zunächst eigenständig

Nach der Übernahme sollen beide Netzwerke im laufenden Jahr 2022 eigenständig bleiben. In der kommenden Zeit liege „der Fokus auf marktbezogenen Synergien, die das Angebot für bestehende und neue Kunden sowie die unabhängigen Talente erweitern – und den Charakter der jeweiligen Marktplätze zu erhalten“, heißt es von Malt gegenüber Gründerszene. Das Comatch-Netzwerk umfasst nach Angaben des Unternehmens mehr als 15.000 Berater aus über 120 Ländern. Unter dem neuen Eigentümer soll das größte europäische Klienten-Netzwerk mit mehr als 1.000 Konzernen aufgebaut werden, darunter 80 Prozent der Unternehmen aus den wichtigsten Börsenindizes der beiden Länder, dem DAX-40 und dem CAC-40.

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Beide Plattformen hatten zuletzt vom Freelancer-Growth profitiert. So erzielte Malt 2021 nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum von 60 Prozent, bei Comatch waren es 50 Prozent. Auf dieser Foundation sollen die Plattformen weiter ausgebaut und bis Ende des laufenden Jahres 150 neue Mitarbeitende eingestellt werden. Damit würde sich die Zahl der Beschäftigten auf 600 erhöhen.

In Folge der Übernahme haben Malt und Comatch gemeinsam Groups in elf Regionen, darunter Belgien, Deutschland, Frankreich, der Nahe Osten, die Niederlande, Nordafrika, die nordischen Länder, Österreich, Schweiz, Spanien, sowie Großbritannien. Einen Meilenstein hat sich Malt nach der Übernahme gesetzt: Das Projektvolumen soll jährlich um 100 Prozent gesteigert werden und bis 2024 eine Milliarde Euro erreichen, heißt es auf Nachfrage von Gründerszene. Umsatzziele für die beiden Plattformen selbst nennt das Unternehmen allerdings nicht.



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