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Das Klangwunder Kate Bush kehrt zurück in die Charts


Sie ist ein Zauberwesen. Wollte es zumindest immer sein: Kate Bush umgab stets etwas Elfen- oder Feenhaftes, sie erschien als Künderin des Jenseits und anderer Geisterwelten. Versponnen, vergeistigt, ätherisch. Allein ihre Stimme, dieser überirdisch klare, unbeschwerte, mädchenhafte Sopran, der bis in gurrende, raunende Tiefen hinabsteigen konnte, ein über mehrere Oktaven reichendes Klangwunder, das sich dem ungläubigen Ohr in unkörperlich anmutender Anstrengungslosigkeit offenbarte.

Kate Bush, das war in den 80-Jahren schönster und bester Pop. Brit-Pop, der auf den Namen New Wave oder, präziser, New Romantic hörte. 1978 erschien ihr erstes Album „The Kick Inside“ und erschloss mit nur zwei Songs ein neues Universum: mit dem unendlich traurigen „The Man With the Child in His Eyes“ über eine verlorene, den Tod besiegende Liebe, sowie „Wuthering Hights“ – einem mythischen Liebes- und Eifersuchtsdrama, frei nach dem gleichnamigen Roman von Emily Brontë.

Kate Bush beschwört das Leben im Namen des Todes

Damit war der irreale Bush-Ton gesetzt. Und noch lange nicht Schluss: Es folgten mit „Babooshka“ (1980) und mit „Running Up That Hill“ (1985) zwei weitere Klassiker. Preziosen von zeitloser Gegenwart, wie sich mit Letzterem nun erneut bestätigt: Der Song ist nach 37 Jahren wieder in die Charts zurückgekehrt, und zwar in Großbritannien gleich an die Spitze, in Deutschland und den USA derzeit auf Platz vier. Hintergrund ist, dass er in neuen Folgen der Netflix-Serie „Stranger Things“ vorkommt.

Das passt, weil das Netflix-Mystery-Spektakel randvoll mit kriegerischem Jenseitsspuk ist, während Bushs „Running“ nicht weniger bizarr einen Gottespakt beschwört, um den Frieden zwischen den Geschlechtern zu retten. Das Jenseits bleibt ein unerschöpfliches Motiv und bietet verquere Todes- und Lebenslust von zeitloser Schönheit. Kate Bush selbst ficht das gleichwohl nicht mehr an, sie hat sich seit vielen Jahren zurückgezogen, wurde Mutter, 2011 erschien mit „50 Words for Snow“ das letzte Album.

Seit 1979 trat die Britin nur noch einmal auf, 2014, in einer Reihe von – sofort ausverkauften – Minikonzerten in London. Als Künstlerin lebt sie ganz in ihrer Kunst fort. Und jetzt also auch bei Netflix.



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