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„Das perfekte Dinner“: Bei Antje gehen die Gäste hungrig nach Hause


„Das perfekte Dinner“ : Bei Antje gehen die Gäste hungrig nach Hause

„Das perfekte Dinner“ Tag 3 im Ruhrgebiet: Seit dem Begin der Ruhrgebiet-Runde stand sie beim “Perfekten Dinner” unter „Bio-Verdacht“: Jetzt zeigt Finanzbeamtin Antje den Gästen erst mal ihre unterirdische Pilzzucht. Später wird es dann vor allem glutenfrei – und sogar molekular.

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  • „Das perfekte Dinner“ ist eine Koch-Present, bei der fünf Hobbyköche und Köchinnen aus einer Stadt oder Area im Wettbewerb gegeneinander antreten.
  • Die Present läuft Montag bis Freitag um 19.00 Uhr auf Vox
  • FOCUS On-line berichtet im Ticker

Gäste spotten über „Jungfrau“ Antje – und gehen hungrig nach Hause

Mittwoch, 4. Mai: Als „Buch mit sieben Siegeln“ empfindet OP-Schwester Alexandra (37) ihre kulinarische Mitstreiterin Antje (54). Das soll der „Das perfekte Dinner“-Abend ändern, an dem die eher sperrig wirkende Finanzbeamtin zu sich nach Dinslaken einlädt. Dort lebt sie mit ihrer eifrig bei den Vorbereitungen mithelfenden Frau Christina. Es ist Antjes dritte Ehe: Erst nach zwei unerfüllenden Beziehungen fand sie mit der in Polen geborenen Partnerin ihr Glück.

„Manche haben Tiere, wir Gemüse“, berichtet Antje stolz, zeigt ihren kleinen Nutzgarten und führt die Treppe hinab ins Reich der Pilze. Unter Plastikplanen gedeihen dort Sporenwesen vom Champignon bis zum Shiitake – „schon sehr nerdig“ wundert sich Agnes (41), die als Grafikdesignerin auch durchaus berechtigte ästhetische Bedenken äußert. „Tja, wem das Freude macht“, versucht Christian (53) der Sache etwas abzugewinnen: „Aber ich kaufe meine Pilze lieber auf dem Markt.“

Bei Antje ist getreu ihrem Menü-Motto jedoch alles „Hausgemacht“ und wie die Köchin nicht unbedingt poetisch:

  • Vorspeise: Cremesüppchen mit Brot
  • Hauptspeise: Kartoffeln, Pilze und Feta-Bete
  • Nachspeise: Brei und Apfelvariation

„Brei ist halt Brei“

Letztlich geht es ja um Geschmack. Und da hat sich Antje einiges vorgenommen: Aufgrund ihrer Unverträglichkeiten, unter anderem Gluten und Laktose, experimentiere sie gerne, seit Neuestem mit molekularen Formen. Beim Dinner ist diese Richtung von Granatapfelsaft in geleeartiger Tropfenform vertreten. Ihre mit Pilzzucht-Ergebnissen gefüllten Kartoffelklöße bringt Antje mithilfe eines Fleisch-Thermometers auf exakt 47 Grad. Auch sonst überlässt sie als Küchen-Wissenschaftlerin nichts dem Zufall.

Der bricht sich allerdings von alleine Bahn: Ihr karottenbasierter glutenfreier Brötchenteig will nicht so recht aufgehen, was mikroskopisch kleine Teigballen verursacht (Alex: „Das empfinde ich nicht als Nahrung“). Auch muss ein einziger Champignon unter allen Anwesenden aufgeteilt werden. Das erzeugt belustigte bis fassungslose Mienen: „Ich habe Starvation“, klagt Christian, und Agnes beschreibt die Pilzmenge als „homöopathisch“. Auch die Suppe holt die Gruppe geschmacklich nicht ab, und erst recht nicht das eher prosaisch beschriebene „schlotzige“ (Denise) Dessert. „Brei ist halt Brei“, so Denise (30) ratlos, „und gar nicht attractive“ (Alex).

Christian will nach dem Dinner „erst mal eine Kleinigkeit essen“

Nein, bei Antje geht es eher nüchtern zu. Schon im Vorfeld verriet sie, keinen Alkohol zu trinken und Speisen wie Gambas, Risotto, Portweinsauce und Schokokuchen mit flüssigem Kern noch nie probiert zu haben. Diese Unkenntnis sinnlicher Sperenzchen brachte ihr von der Pott-Runde den Spitznamen „Jungfrau“ ein.

Entsprechend unbeholfen gerät ihr trotz hoher Ambition und akribisch beschrifteter Vorbereitungsdöschen das Menü: Erst verlegt sie die Gemüsebrühe (Agnes: „Vielleicht im Nachttisch?“) und zerdeppert quick die Teller – von den übersichtlichen Portionen ganz abgesehen. Und so landet sie mit ebenso überschaubaren 24 Punkten erstmal hinter ihren Vorgängerinnen Denise und Alex. Und hinterlässt einen zu allem entschlossenen Christian: „Jetzt werde ich erst mal einen Wein aufmachen und eine Kleinigkeit essen.“

„Kenn ich nicht, schmeckt mir nicht“: Alexandra kämpft beim mit Nörgel-Gästen

Dienstag, 3. Mai: Ob im Operationssaal oder ihrer gemütlichen, mit Legostein-Mosaiken verzierten Küche: Bei Alexandra (37) liegt immer alles griffbereit. „Ich kann sehr intestine mit Stress“, erklärt die Mutter einer elf Monate alten Tochter überzeugend. Eine Berufsgesundheit sozusagen, Chaos oder Fehlgriffe wären bei ihrem Beruf deadly.

Dass bei Pflegekräften viele essenzielle Fäden zusammenlaufen, ist nicht erst in den letzten zwei Jahren klargeworden – und jetzt einmal mehr beim „Perfekten Dinner“ zu beobachten. Dabei lebt Alexandra unter dem Motto „Bella Ruhrgebiet“ doch einfach nur ihre Leidenschaft aus. Die siedelt sich genau zwischen zwei Polen an – dem Pott und dem kulinarischen Sehnsuchtsort Italien.

  • Vorspeise: Scampi küsst frutta e verdura
  • Hauptspeise: Amore Filetto auf Reis
  • Nachspeise: Trilogie der Sünde

„Wir sind keine Italiener und werden auch nie welche“

„Sünde ist beim Dessert immer intestine“, kommentiert Antje (54) beim Lesen der Speisekarte Alexandras geplanten Abschluss. Übermäßige Genussbereitschaft ist der eher herben Finanzbeamtin aus Dinslaken jedoch nicht gerade anzumerken, eher leichte Verpeilung (“Stand im Stau und hab deshalb kein Gastgeschenk”) und Lernbereitschaft.

Wie sich im Laufe des Abends nämlich herausstellt, ist sie bei vielen Bestandteilen des Menüs gänzlich unbedarft. Alkohol? „Schmeckt mir nicht.“ Scampi? „Nie gegessen“. Schokoküchlein mit flüssigem Kern? „Unbekannt.“ Welches Gewürz über der Vorspeise liege? Chili? „Auf jeden Fall brennt da etwas, womit mein Körper Probleme hat.“

Um das Unbehagen abzulegen, bietet Alex’ Menü jedoch beste Gelegenheit. „Wir sind keine Italiener und werden auch nie welche“, stellt die gebürtige Mülheimerin Denise (30) zu Beginn die Zugehörigkeiten klar. Auf Rosmarinzweigen aufgezogene Scampi auf Avocade-Mango-Bett und Rinderfilet mit Pilzrisotto sprechen jedoch eine andere andere Sprache. Und wen in Erwartung von dreierlei Dessert mit Schokosoufflé, Erdbeer-Panna-cotta und Champagnersorbet kein Hauch von Dolce Vita ereilt, ist selber schuld. So wie Skeptiker Christian (53): „So eine Trilogie ist ja eine Rutschpartie und immer viel Arbeit. Das braucht Fokus.“

„Nörgeln auf hohem Niveau“

Doch Alex wäre nicht Alex, wenn sie Rutschpartien nicht souverän meistern würde. „Geil, perfekt“, kommentiert sie selbst ihr „Amore Filetto“. Doch Christian wäre auch nicht Christian, wenn er die Vollendung relativieren würde: „Das Fleisch hatte den perfekten Garpunkt, warfare auf dem Teller aber leider nicht mehr heiß.“ Doch das sei immerhin „Nörgeln auf hohem Niveau“.

Insgesamt erhält Alexandra an diesem Abend 32 Punkte und zieht damit mit Auftakt-Gastgeberin Denise gleich. Absacker, Verabschiedung bis morgen und hoffentlich auf dem Rückweg nicht mehr im Stau. Denn wie fasst die gebürtige Allgäuerin Agnes (41) nämlich die regionale Besonderheit zusammen: „Der Pott kocht nicht nur. Er steht.“

Hilfe, Stromausfall: Denise steht beim „Perfekten Dinner“ plötzlich im Dunkeln

Montag, 2. Mai: „Unsere Ruhrpott-Göre“: Schnell hat Christian (53) eine liebevolle Schublade für die Auftakt-Gastgeberin der „Das perfekte Dinner“-Runde im Ruhrgebiet gefunden. In der Tat nimmt man der 30-jährigen Frohnatur Denise aus Mülheim an der Ruhr vieles ab – nur nicht ihren Job als Gerichtsvollzieherin.

Zu freundlich ihr Gesamtwesen, zu großzügig ihr Umgang mit dem, was Freude macht. „Bevor ich hier irgendwas anfange, mache ich mir erst mal ein Bier auf“, verkündet sie strahlend um kurz vor 10 Uhr. Klack, einmal kurz gezischt, und schon klebt an Denises Menü kein Kuckuck, sondern eine panasiatische Observe mit sehr westdeutschem Einschlag.

  • Vorspeise: Kohlröllekes und gefüllte Teigtäschken mit brauner Soße
  • Hauptspeise: Buttriger Gockel an weißem Korn, indischer Knifte und Gurken-Minz-Raita
  • Nachspeise: Kokos-Schoko-Maki mit ‘nem Fitzelken Obst und gequetschter Mango

„Fernpöttliche Köstlichkeiten“ bräuchten mehr Gewürze

Seit einer Thailand-Reise vor fünf Jahren liebt Denise raffiniert Würziges. Und so verwandelt sich ihr Herd unter dem Motto „Fernpöttliche Köstlichkeiten“ im Handumdrehen in eine Garküche. Vegetarische Krautwickel und Gyozas mit Soja-Miso-Dip, ein indisch inspiriertes Butter Hen mit Naan-Brot und Gurken-Minz-Joghurt erfreuen sowohl den IT-Personaler Christian, Finanzbeamtin Antje (54), OP-Krankenschwester Alexandra (37) als auch Grafikdesignerin und Pescetarierin Agnes (41).

Als sich herausstellt, dass Christian längere Zeit in Bangkok gelebt hat (“Ich bin ein echtes Diplomatenkind”), erhöht sich der Druck schlagartig. Tatsächlich fällt ihm die Vorspeise zu gentle aus (“Da fehlen mir mehr Gewürze”), aber auch sein Urteil: „Insgesamt sehr ansprechend.“

Plötzlich geht das Licht aus. – „Das soll so!“

Weniger intestine als der Thailand-Experte meint es mit Denise allerdings die Technik: Das Dinner hat bereits Fahrt aufgenommen, da macht es auf einemak „Peng“, und das Licht geht aus. Stromausfall! „Das soll so“, versucht es Denise vor den Gästen mit Galgenhumor, zündet weitere Deko-Kerzen an und reicht mehr Wein. Zurück in der Küche wird es jedoch hektisch: Dort gibt es bereits wieder Licht, aber der Ofen beschränkt sich auf ratloses Piepen. Die Gäste prosten und trinken, Denise hantiert, und bald ist wieder alles intestine.

Besonders die Nachspeise. In einer spektakulären Neuinterpretation von Maki-Röllchen serviert Denise süßes Sushi aus Milchreis, Schokopfannkuchen, Kokosraspel und Obstfüllung. Allerdings intestine nach 23 Uhr: „Das Zeitmanagement ist in Teilen verbesserungswürdig“, seziert der distinguierte, zur Strenge neigende Christian. Doch zwei Dinge hat die herzliche und am Schluss sichtlich erleichterte Denise geschafft: Solide 32 Punkte, und die Ruhrpott-Runde hat sich warmgespeist – mit Luft nach oben. „Conflict ‘ne Erfahrung“, so Christians Fazit, „aber das i-Tüpfelchen hat gefehlt“.

 

Das perfekte Dinner

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