Business

Dax bleibt weiterhin nahe der 14.000-Punkte-Marke


Der Verlauf der vergangenen Handelstage lässt die Schlussfolgerung zu, dass der Dax vor einem neuen Bewegungsimpuls steht. Zum einen betrug die gestrige Handelsspanne lediglich 160 Punkte. Zum anderen zeigen sechs von sieben Handelstagen, wie unsicher die Anleger derzeit sind. In diesen sechs Tagen schwankte der Dax zwar deutlicher, doch der Eröffnungs- und der Schlusskurs jeder Sitzung lagen eng beieinander. Additionally griffen Anleger bei schwächeren Kursen zu und verkauften in den steigenden Markt hinein.

Ein ähnliches Bild zeigt bislang auch der heutige Handelstag mit einer Spanne von nur rund 100 Punkten und einer unveränderten Notierung. Solche Pattsituationen über mehrere Tage hinweg werden in vielen Fällen mit dynamischen Kursbewegungen aufgelöst.

Einen Anlass für deutliche Verluste oder Gewinne gibt es: Die US-Notenbank Fed wird an diesem Mittwoch nach Börsenschluss die Zinsen voraussichtlich so kräftig anheben wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Nach entsprechenden Signalen von Fed-Chef Jerome Powell rechnen Investoren an den Finanzmärkten mit einer Erhöhung um einen halben Prozentpunkt. Damit würde das Zinsniveau auf die neue Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent steigen.

High-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Entscheidend für den weiteren Verlauf an den Aktienmärkten sind nach der Pressekonferenz von Notenbankchef Powell dann die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen, die sich in den vergangenen Wochen dramatisch verändert haben. Derzeit erwarten quick alle Profis eine Erhöhung im folgenden Monat Juni auf 1,5 bis 1,75 Prozent. Vor vier Wochen hatten lediglich 18 Prozent solch ein Szenario für wahrscheinlich gehalten.

US-Zinssatz Ende 2022 zwischen 3,00 und 3,25 Prozent?

Mehr als 50 Prozent der Terminmarktprofis sind überzeugt, dass der US-Zinssatz zum Jahresende zwischen 3,00 und 3,25 Prozent liegen wird. Anfang April waren lediglich 6,5 Prozent diese Ansicht. Daher dürfte wohl jegliche optimistic Veränderung dieser Erwartungen zumindest die Aktienkurse jenseits des Atlantiks beflügeln.

Bereits vor der Zinserhöhung hat Jim Cramer zu selektiven Käufen geraten. Der ehemalige Hedgefonds-Supervisor und Moderator der Sendung „Mad Cash“ des US-Fernsehsenders CNBC meinte: „Dies ist mein achter Straffungszyklus, und ich weiß aus Erfahrung, dass es zu spät ist, zu kaufen, wenn man wartet, bis die Federal Reserve fertig ist und die Inflation beendet hat.“

Laut Cramer gibt es einige Branchen, „die sich erholen müssen, wenn wir jemals eine nachhaltige Erholung und einen Ausweg aus dieser miserablen Section finden wollen“. Er nannte Immobilien-, Finanz-, E-Commerce- und Halbleiterchip-Unternehmen als Beispiele für Aktien, die trotz ihrer „fabelhaften“ Fundamentaldaten schwer angeschlagen sind. Wer diese Turbulenzen nicht ertragen kann, sollte US-Staatsanleihen kaufen, die rund drei Prozent Rendite bringen.

Laut einer Analyse der Financial institution of America haben deren Anleger in der vergangenen Woche 5,5 Milliarden Greenback in die US-Aktienmärkte geflossen sein, der größte Zufluss seit Dezember 2020. Vor allem bei Einzelaktien waren die BofA-Kunden aktiv. Aktien-ETFs hingegen verzeichneten nur geringe Zuflüsse.

Gekauft haben hauptsächlich institutionelle Kunden, aber auch Hedgefonds und Privatkunden nutzten die Gunst der Stunde, so die Strategen. Insgesamt kauften Kunden Aktien aus sieben der elf Sektoren, allen voran aus dem Technologie- und Gesundheitssektor.

Die extrem unfavorable Anlegerstimmung signalisiert zudem, dass das Überraschungspotenzial dieser US-Notenbank-Sitzung eher auf der Oberseite liegt. Falls der Zinsentscheid an diesem Mittwoch eine Auswirkung auf die Märkte haben sollte, dann dürften die Kurse eher steigen als deutlich fallen. Bei solch einer negativen Stimmung sind Anlegerinnen und Anleger mehrheitlich nicht investiert. Ein erneuter Ausverkauf erscheint unwahrscheinlich, weil nur noch wenige verkaufen können.

Pessimistische Privatanleger

Stephan Heibel, Inhaber des Analysehauses Animusx, hat sich die Erwartung der Privatanleger an die künftige Dax-Entwicklung genauer angeschaut. Diese ist mit einem Wert von minus 24 so pessimistisch wie selten zuvor. In den vergangenen 16 Jahren, in denen Animusx Anleger befragte, gab es nur zwei Zeitpunkte, zu denen die Erwartung noch pessimistischer struggle: einmal im Mai 2020 und dann nochmals im Juni 2020, beide Male mitten in der Coronapandemie.

Damals stieg der Dax anschließend in den folgenden sechs Monaten um rund 14 Prozent. Umgerechnet auf den heutigen Kursstand wären das Notierungen knapp unter der 16.000-Punkte-Marke.

Um an solche derzeit noch unrealistisch erscheinenden Notierungen zu denken, muss der deutsche Leitindex zunächst den Abwärtstrend seit Anfang Januar nachhaltig überwinden. Zweimal ist das Börsenbarometer an diesem Vorhaben gescheitert, über diese Linie per Tagesschlusskurs und am Tag danach zu notieren. Diese fallende Linie beginnt mit dem Jahreshoch am 5. Januar mit 16.285 Punkten und liegt derzeit bei 14.239 Punkten.

Doch es dürfte ein schwieriges Unterfangen sein, diese Linie zu überwinden. Ein erstes Indiz wären Kurse oberhalb der 50-Tage-Linie, die aktuell bei 14.132 Zählern liegt und den mittelfristigen Pattern anzeigt.

Auf der Unterseite gilt laut technischer Analyse der Bereich von 13.800 bis 13.500 Punkten als wichtige Unterstützung. Dort liegt auch das Tief des vergangenen Börsenmonats mit 13.566 Punkten. Nachhaltige Kurse unter 13.500 Zählern sind prädestiniert für eine neue Ausverkaufswelle.

Geplantes Öl-Embargo treibt die Preise nach oben

Die Europäische Union schlägt ein „vollständiges Einfuhrverbot für sämtliches russisches Öl“ vor. Diese Nachricht lässt den Ölpreis weiter steigen. Rohöl der Sorte Brent verteuert sich um bis zu 3,3 Prozent auf 108,40 Greenback professional Barrel. Der Preis für US-Öl WTI steigt um bis zu 3,4 Prozent auf 105,94 Greenback professional Barrel. Die EU-Kommission will mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten sämtliche Importe von russischem Rohöl stoppen.

Bereits am vergangenen Montag hatte sich Sentimentexperte Stephan Heibel gegen die Erwartungen der Anleger gestellt, die fallende Kurse erwartet hatten. „Es gibt durchaus mögliche Entwicklungen, die für eine Fortsetzung der Ölpreisrally sorgen könnten“, sagte er Anfang dieser Woche.

Grafik

Deutlich gestiegen ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Preisdifferenz zwischen der Nordeseesorte Brent und der russischen Ölsorte Urals, die nach Europa verkauft wird.

Der Rubel klettert auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Dabei wurde die russische Landeswährung von Kapitalkontrollen gestützt, nachdem die Europäische Union ein neues Paket von Sanktionen gegen Russland vorlegte, darunter auch ein Öl-Embargo. Der Euro verbilligt sich im Gegenzug um drei Prozent auf 72,40 Rubel. Der Greenback gibt ebenfalls um drei Prozent auf 68,83 Rubel nach.

Blick auf Einzelwerte

Fresenius: Dem Medizin- und Krankenhauskonzern Fresenius machen die Schwierigkeiten seiner Tochter Fresenius Medical Care (FMC) weiterhin zu schaffen. Im ersten Quartal brach der Gewinn des Dialyseanbieters um quick 40 Prozent ein, erneut wegen hoher Kosten und der Übersterblichkeit seiner Patienten. Dadurch wurde auch der Jahresauftakt der Mutter überschattet. Die Aktie von Fresenius steigt um 3,1 Prozent nach, das FMC-Papier liegt hingegen 5,3 Prozent im Minus.

VW: Der Konzern gibt sich zuversichtlich, in diesem Jahr die gravierendsten Folgen aus dem Ukrainekrieg und dem anhaltenden Chipmangel abfedern zu können. Der Wolfsburger Autohersteller bestätigt deshalb seine aktuelle Jahresprognose für Umsatz und operative Rendite, was der Aktie aber ein Minus von 0,8 Prozent beschert.

Teamviewer: Das Softwarehaus erntet die Früchte des im vergangenen Jahr eingeleiteten Sparkurses. Die Aktie steigt um 10,50 Prozent. „Wir haben in allen Kostenbereichen stark durchgegriffen“, sagte der scheidende Finanzchef Stefan Gaiser. Teure Sponsoringverträge im Fußball und der Formel 1 haben die Marge des Göppinger Softwarehauses zum Jahresstart belastet. Das inzwischen eingestellte Russland-Geschäft spielt bei Teamviewer eine untergeordnete Rolle.

Hugo Boss: Der Modekonzern sieht sich auf Rekordkurs. Dank einer gestiegenen Nachfrage in Europa und Amerika schnellte der Umsatz in den ersten drei Monaten währungsbereinigt um 52 Prozent auf 772 Millionen Euro nach oben. Die Aktien verlieren aber dennoch 5,4 Prozent.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.



Supply hyperlink

Leave a Reply

Your email address will not be published.