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Der Wandertipp führt nach Hessenthal im Spessart


Die österliche Passionsgeschichte bildete von Anbeginn, weitaus stärker als das Weihnachtsgeschehen, den Kern des christlichen Glaubens und fand bereits früh bildliche Darstellungen. Vielfach werden jedoch erst mit dem Einsetzen des steinernen Kirchenbaus Kruzifixe, Ausmalungen oder Altaraufsätze den leseunkundigen Menschen einen Begriff vom Leiden Jesu, aber auch die Hoffnung auf ein Überwinden des Todes gegeben haben.

Bevor die Wortverkündigung in den Mittelpunkt trat, führten plastische Altäre und Kreuzigungsgruppen diese Entwicklung ihrem Höhepunkt zu, wie sie etwa Tilman Riemenschneider oder Hans Backoffen an der Schwelle von der Gotik zur Renaissance vollendet schufen. Backoffens Wirken vorwiegend im Erzbistum Mainz conflict kein Hinderungsgrund, für den Frankfurter Dom eine 1509 außen aufgestellte Golgathagruppe zu schaffen (jetzt im Westturm; an authentischer Stelle eine Kopie).

In ihrer Körperhaltung sind Christus und die beiden Schächer der zehn Jahre später für die Wallfahrtskirche von Hes­senthal im Spessart geschaffenen Gruppe ähnlich, erscheinen durch die (bewahrte) Farbgebung und Detailliertheit aber noch ergreifender. Jetzt bildet die Gruppe den Altarbereich der 1955 neu aufgeführten Wallfahrtskirche. Das puristische Weiß des hallenartigen Baus betont die Ausdruckskraft der insgesamt sechs in Stein geschlagenen Figuren, allerdings geben die hohen Kreuze unschwer zu erkennen, dass sie wie in Frankfurt früher im Außenbereich standen. Der Andrang zu einem als wundersam verehrten Gnadenbild conflict seit dem Mittelalter so stark, dass trotz mehrfacher Kirchenerweiterung unter freiem Himmel gepredigt wurde.

Alte Schafsrassen im Kaltenbachgrund

Der letzte Bau erforderte allerdings die Verkürzung der ursprünglichen Wallfahrtskirche und Grablege derer von Echter. Neben Boden- und Wandepitaphien blieb insbesondere das außergewöhnliche Grabmal der bekanntesten Echter-Technology von 1583 erhalten. Neben Peter III. und seiner Frau Gertrud, die maßgeblich ihren Stammsitz, das berühmte Schloss Mespelbrunn, geschaffen hatten, knien acht ihrer Kinder, darunter der Würzburger Fürstbischof und energische Streiter für die Gegenreformation, Julius von Echter.

In der alten Wallfahrtskirche fanden die Echters früher ihre Grablege. Unter den Epitaphien ist das 1583 geschaffene der bekanntesten Generation unter Peter III. und seiner Frau Gertrud von wahrlich herausragender Bedeutung: Über sieben Meter reicht es bis zum Kreuzgewölbe des spätgotischen Chors.


In der alten Wallfahrtskirche fanden die Echters früher ihre Grablege. Unter den Epitaphien ist das 1583 geschaffene der bekanntesten Technology unter Peter III. und seiner Frau Gertrud von wahrlich herausragender Bedeutung: Über sieben Meter reicht es bis zum Kreuzgewölbe des spätgotischen Chors.
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Bild: Thomas Klein


Die in mainzischen Diensten aufgestiegene Familie wollte der in der Gnadenkapelle nebenan aufbewahrten Mutter Gottes nahe sein. Die in einen Barockaltar eingelassene Arbeit stammt allerdings aus der Spätgotik und kann nicht jener entsprechen, die im späten 13. Jahrhundert der Legenden nach oberhalb von Hessenthal entdeckt wurde. Dort entstand die sogenannte Herrnbildkapelle, zu der die Pietà früher an hohen Feiertagen getragen wurde. Heute findet jeweils am Oster- und Pfingstmontag um 9.30 Uhr vor dem Festgottesdienst eine innerörtliche Prozession statt.

Es magazine Zufall sein, an Ostern aber eine schöne Zugabe, dass in Hessenthal alte Schafrassen gehalten werden – dunkelfellige Heidschnucken sowie mit hellem, sehr dichtem Fell versehene Moorschnucken. Diese ließ der Naturpark Spessart im Rahmen einer der Projekte zur Reaktivierung früherer Landschaftsformen im benachbarten Kaltenbachgrund ansiedeln. Für die feucht-sumpfigen Böden angepassten Tiere wurden eigens Bäume gefällt und morastige Zonen geschaffen, damit sie der auf auenartige Zonen angewiesenen Flora und Fauna dauerhaft Lebensraum offenhalten.


Wegbeschreibung

Gleich gegenüber der Hessenthaler Kirchen liegen die Bushaltestelle und ein Parkplatz. Da ganztägig offenstehend, macht es keinen Unterschied, die Trinität von Wallfahrtskirche, Gnadenkapelle und Grablege am Anfang oder am Schluss aufzusuchen. Der Eingang in Letztere erfolgt durch die Kirche.

Zum Wanderstart geht es mit der Markierung roter Strich in die Mühlstraße. Ihre lange Häuserzeile endet an der zu kreuzenden Landstraße. Jetzt wird es aufgelockerter, um dann am Richtungspfosten „Waldweg“ rechts einzuschwenken. Nach 200 Meter queren wir mit Rechts-links-Haken erneut eine Landstraße und beginnen drüben unter Bäumen mäßig anzusteigen.



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