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Der Wandertipp führt zum Naturschutzgebiet Reinheimer Teich


Familie Schwan hat zahlreich Nachwuchs bekommen. Sieben Junge zählt allein das Elternpaar, das sein Nest vor der „Naturschutzscheune“ am Reinheimer Teich baute. Dank des hauseigenen Weihers können Besucher hier so nahe an die Vögel herantreten wie sonst nirgends in dem intestine 75 Hektar großen Naturschutzgebiet (NSG). Da lassen sich auch ohne Fernglas anrührende Szenen beobachten, wenn die Älteren den Kindern die Futtersuche beibringen. Von selbst versteht es sich nicht, dass dafür abgetaucht werden muss.

Die fürsorglichen Schwäne sind nur die auffälligsten der rund 250 ortsfesten oder rastenden Vogelarten in dem NSG bei Reinheim am nördlichen Odenwaldrand. Gleich neben der „Scheune“ klappern Störche – zwanzig Brutpaare wurden zuletzt jedes Jahr gezählt –, Biber haben sich angesiedelt, und die Europäische Sumpfschildkröte fand schon vor der NSG-Ausweisung 1975 in die Gersprenztalung.

Ihnen wie der entsprechenden Flora und Fauna kam das abnehmende Gewicht der Landwirtschaft zugute. Allerdings konnte sich erst mit dem partiellen Fluten das Areal zu einem der bedeutendsten Vogelparadiese Hessens entwickeln. Seinen Rang brachte dann vor allem das Wirken der Reinheimer NABU-Gruppe der Öffentlichkeit näher. Unterstützt von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), erwarb man 2005 am Rande des Biotops eine ausrangierte Maschinenhalle, genannt „Scheune“, die und das Außengelände Ehrenamtliche in Tausenden Arbeitsstunden zu einer Artwork idealtypischer Bildungsstätte in Sachen Naturschutz verwandelten.

Wie der mittelalterliche Grundriss planmäßiger Anlage haben sich in Reinheim einige historische Bauwerke erhalten, hier das sogenannte Kalb´sche Haus mit einer Strebenkonstruktion aus dem späten 15. Jahrhundert.


Wie der mittelalterliche Grundriss planmäßiger Anlage haben sich in Reinheim einige historische Bauwerke erhalten, hier das sogenannte Kalb´sche Haus mit einer Strebenkonstruktion aus dem späten 15. Jahrhundert.
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Bild: Thomas Klein


Das sonntags geöffnete Gebäude dient der Erläuterung – einschließlich zahlreicher Lern- und Mitmachstationen für Kinder –, was ringsum Feuchtgebiete, Hecken oder Wiesen belebt. Drei kürzere Pfade führen zu 15 verschiedenen Themenschwerpunkten, darunter ein „Weidenausguck“ zur stillen Beobachtung im Bereich der Wasservögel.

Dass die fruchtbare Area zwischen Darmstadt und Dieburg schon immer begehrt struggle, schlug sich nicht zuletzt in der planmäßigen Besiedlung einiger Gemeinden nieder. Reinheims rechteckiger Grundriss des 13. Jahrhunderts blieb ebenso erhalten wie sein Fachwerkbestand, darunter das frühere, zuletzt 1783 umgebaute Pfarrhaus (heute Museum) oder das mit reicher Strebenkonstruktion versehene Kalb’sche Haus aus dem 15. Jahrhundert.

Ihm gegenüber liegt das sogenannte Hofgut, ein durchaus gelungenes Beispiel, dass auch moderne Architektur einen historischen Komplex aufwerten kann. Gruppiert um ein Herrenhaus von 1695 entstand das Bürgerzentrum mit Standesamt, Veranstaltungsräumen und Gastronomie. Integriert wurden Reste der Stadtmauer und ein Stumpf der ehemals vier Türme zählenden Befestigung beim Zugang in den Stadtpark mit seinen einzigartigen Platanen. Ihre gewaltigen Stämme sind auch zu zweit kaum zu umfassen.


Wegbeschreibung:

Das NSG Reinheimer Teich kann an zwei Punkten direkt mit dem Auto angefahren und auch für sich – etwa 3,5 Kilometer – abgegangen werden. Reizvoller ist eine erweiterte Runde, die gute Aussichten über das Reinheimer Land bis zur Veste Otzberg ermöglicht.

Bei Begin am Bahnhof, davor lange Parkstreifen, halten wir uns hyperlinks in die gleichnamige Straße, die zunächst der B 426 entspricht, dann aber weiter geradeaus leicht hinab zur Gleisunterführung. Drüben geben grüne Radschilder gen Groß-Zimmern die Richtung an. Noch das Freibad passiert, ehe uns das dichte Blätterdach langer Ahornzeilen umfängt.

Wenn sie aufreißen, steht man zwischen Feldern, die, nach Rechts-links-Abzweigen an einer Informationstafel, in das NSG überleiten, wobei selbst hier im Randgebiet robuste Rinder grasen, um der Verbuschung vorzubeugen. Dichter wird die Vegetation mit dem Auftauchen erster Storchenhorste, an die sich das Areal der „Naturschutzscheune“ anschließt. Das Außengelände ist frei zugänglich; die drei Rundwege messen insgesamt intestine einen Kilometer.



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