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Diesel knapp werden – Folge sind Preisexplosionen für Ware & Sprit


image alliance / ROBIN UTRECHT

Der Preis für Diesel liegt weiterhin auf einem hohen Niveau — könnte aber bald noch weiter nach oben getrieben werden.

Laut dem IW-Verkehrsexperten Thomas Puls könnte es zu einer Diesel-Knappheit kommen. Deutschland bezieht rund 50 Prozent des Kraftstoffs aus Russland und die Versorgung ist keinesfalls gesichert.

Die Folgen dürften weiter steigende Preise an den Tankstellen und im Supermarkt sein. Spediteure könnten sogar ihre Lieferungen stoppen, meint Puls.

Der durchschnittliche Preis, den Autofahrer an der Tankstelle für Diesel zahlen, lag Ende März deutschlandweit bei knapp unter 2,20 Euro professional Liter. Zum Vergleich: Am 01. Januar lag der durchschnittliche Preis deutschlandweit bei 1,21 Euro. Die Ursache der Preissteigerung ist der Angriff Russlands auf die Ukraine. Die sich daraus ergebenden Unsicherheiten bei der Lieferung des Kraftstoffs treiben die Preise schon jetzt nach oben.

Doch nicht nur Autofahrer leiden unter dieser Entwicklung. Auch Produkte im Supermarkt und andere Waren werden immer teurer, da die Kosten für Lieferungen mit dieselbetriebenen LKWs und Containerschiffen regelrecht explodieren. Dabei hat die Corona-Pandemie die Preise im Transportsektor schon vor dem Krieg auf einen Höchststand getrieben. Zu Beginn der Pandemie lag der Preis für die Lieferung eines etwa zwölf Meter langen Container aus Asien nach Europa bei etwa 1500 Euro — inzwischen kostet die Lieferung rund 8000 Euro.

„Jetzt könnte uns allerdings tatsächlich eine Dieselknappheit drohen“

Die Lieferkosten und Preise an den Tankstellen könnten in Zukunft allerdings erneut weiter steigen, meint Thomas Puls, Verkehrsexperte beim Wirtschaftsinstitut IW. „Der Dieselmarkt conflict schon vor dem Krieg in der Ukraine eng, da es vergleichsweise wenige Exporteure auf dem Weltmarkt gibt. Jetzt könnte uns allerdings tatsächlich eine Dieselknappheit drohen, da Russland der wohl größte Dieselexporteur ist“, sagt er im Gespräch mit Enterprise Insider.

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Aber nicht nur der schon fertig produzierte Diesel spielt eine Rolle bei der möglichen Dieselknappheit. Denn ein großer Teil des in Europa und Deutschland verbrauchten Diesels wird aus russischem Öl hergestellt und viele non-public Unternehmen kündigen inzwischen die Lieferverträge mit Russland auf. Ein besonders großer Schlag dürfte für Russland dabei die Ankündigung von Whole sein, die ab 2022 keine neuen Verträge mehr mit Russland eingehen wollen.

Für Rohöl gibt es viele Anbieter, allerdings lässt sich aus Öl nicht in einem beliebigen Mengenverhältnis Benzin und Diesel herstellen. „Europäische Raffinerien sind bereits auf maximale Dieselproduktion ausgelegt. Dennoch können wir, anders als es beim Benzin der Fall ist, unseren Dieselbedarf nicht durch eigene Raffinerien decken“, sagt Puls. Dementsprechend wird Deutschland additionally schon fertig produzierten Diesel in anderen Ländern einkaufen müssen.

Lieferkosten würden weiter steigen

50 Prozent des nach Europa importierten Diesels kam bisher aus Russland, sagt Puls. Unklar ist allerdings, ob andere Länder tatsächlich bei einer Dieselknappheit bereit sein werden, ihr Diesel weiterzuverkaufen. Sollten sie es tun, werden sie es sich teuer bezahlen lassen.

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„Sollte Deutschland tatsächlich keinen russischen Diesel mehr importieren und auch kein russisches Öl mehr verarbeiten, wird es sehr viel schwieriger einen alternativen Lieferanten für Diesel zu finden als einen für Rohöl. Daraus kann ein echter Mangel an Diesel entstehen“, erklärt Puls. Die Folgen dieser Verknappung würden alle Bürger spüren.

Einerseits ist anzunehmen, dass dieser Mangel die Preise an den Tankstellen weiter steigen lässt. Zudem könnte es zu langen Schlangen vor den Tankstellen kommen. Besonders getroffen werden Unternehmen, die auf Diesel angewiesen sind, wie beispielsweise Nahverkehrsbetriebe mit Bussen oder die Müllabfuhr mit ihren dieselbetriebenen Fahrzeugen. Das könnte dazu führen, dass die Preise an die hohen Spritpreise angepasst werden müssten.

Aber auch die Lieferkosten von Waren und Lebensmitteln würden sich erhöhen und damit die Preise aller Güter weiter steigen lassen. Im März lag die Inflation in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat bei satten 7,1 Prozent — sie könnte im Jahresverlauf bei einer Dieselknappheit deutlich steigen.

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Spediteure geraten unter Druck

Wie schwer die steigenden Dieselpreise schon jetzt die Logistikbranche unter Druck setzen, lässt sich in Polen und Litauen erkenne, wo einige Spediteure nach Puls‘ Wissen sogar schon abwägen, die Lieferungen vorerst zu pausieren. Im schlimmsten Fall wären nicht nur hohe Preise die Folge, sondern auch, dass einige Produkte gar nicht mehr geliefert werden könnten.

Tatsächlich geraten auch in Deutschland schon Spediteure durch die Kraftstoffpreise unter Druck. Der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) sieht durch die „aktuelle Preisexplosion bei den Kraftstoffen“ die Existenzen im mittelständischen Transport- und Logistikgewerbe gefährdet. „Die Unternehmer stehen unmittelbar vor der Aufgabe ihrer Geschäfte.“

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