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Doppelgänger Podcast: Warum Philipp Glöckler sein Startup einstampft


Philipp Glöckler ist eine der beiden Stimmen des Doppelgänger-Podcasts. Die Finanzierung für sein Aufnahmetool hatte er bereits zusammen, nun stellt er seine Firma dennoch ein.

Er hat den Avocadostore mitgegründet und ist seit knapp zwei Jahren unter die Podcaster gegangen: Philipp Glöckler (38)

Spätestens seit der Corona-Pandemie hat jeder einen Podcast. 2020 waren sogar zwischenzeitlich alle Podcastmikrofone bei Amazon ausverkauft. Aber wie groß ist der Markt für Podcast-Gear und -software wirklich? Nicht groß genug, glaubt Philipp Glöckler mittlerweile. Der Unternehmer und Co-Host des Podcasts „Doppelgänger Tech Speak“ wollte eigentlich ein neues Aufnahmetool bauen. Seit zwei Jahren tüftelte er an der Idee. Nun hat er seine Firma wieder eingestampft – und das, obwohl er das Geld für seine erste Finanzierungsrunde schon zusammen hatte.

„Hätten wir wirklich den Firmenwert maßgeblich erhöhen können in den nächsten 18 Monaten? Da waren wir uns irgendwann nicht mehr sicher“, sagt Glöckler im Gespräch mit Gründerszene. Außerdem hätten die meisten Geldgeber eher in ihn als Individual investiert und weniger in das Produkt. Einerseits schmeichelhaft, findet der 38-Jährige. Andererseits habe ihn das weiter an seinem Produkt zweifeln lassen: „Es gab Leute, die gesagt haben, von der Idee bin ich nicht so überzeugt, aber von dir schon.“ Wenn selbst Podcaster nicht begeistert seien, mache das nachdenklich, sagt er.

Glöckner wollte mit seinem Mitgründer Bernd Jünger ein mobiles Podcast-Aufnahmetool bauen. Damit wären Aufzeichnungen auch distant möglich gewesen – vor allem in Pandemie- und Homeoffice-Zeiten nützlich. Ähnliche Instruments gibt es bereits im Markt, so wie etwa Zencaster oder Squadcast. Die funktionieren meist über den Browser, der Fokus von Yo Forged sollte noch stärker auf der mobilen Anwendung liegen.

Aus einem Investorenpitch wurde ein gemeinsamer Podcast

Vor wenigen Wochen hat das Duo angefangen, Geld für die erste Finanzierung einzusammeln. Mehrere Angels und VCs hätten insgesamt eine Million Euro zugesagt, so Glöckler. Die Runde hat er nun wieder abgeblasen. Auch sein Podcast-Co-Host und Investor, Philipp Klöckner (genannt Pip) wäre dabei gewesen. Der hat sich als Search engine optimisation-Experte einen Namen gemacht und ist unter anderem bei Gorillas und Getyourguide beteiligt. Glöcklers Idee für Yo Forged struggle es auch ursprünglich, der die beiden Männer vor zwei Jahren für den Podcast zusammengebracht hat: „Ich habe Pip damals angesprochen, weil er der erste Investor werden sollte“, erzählt Glöckler. Daraus entwickelte sich schließlich das gemeinsame Format, das mit 35.000 Hörern professional Folge mittlerweile zu den bekanntesten Tech-Podcasts Deutschlands zählt. Mit ihrem Podcast schafften es die beiden auch, Anfang 2021 einen kurzen Hype hierzulande um das Audio-Netzwerk Clubhouse auszulösen.

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Eigentlich wären die Doppelgänger-Aufnahmen das ideale Testsetting für Yocast gewesen. Klöckner wohnt in Berlin, Glöckler in Hamburg – der Podcast wird additionally selten im selben Raum aufgezeichnet. Doch er habe sich nie getraut, sein Produkt bei den eigenen Aufnahmen zu testen, erzählt Glöckler. Er und sein Co-Host hätten in der Vergangenheit Instruments wie Zencastr ausprobiert. Weil sie mit dem Programm aber schlechte Erfahrungen gemacht hätten, würden sie ihre jeweiligen Tonspuren mittlerweile lokal mitschneiden. „Ein frustrierter Kunde kommt niemals zurück“, schreibt Glöckler dazu auf Twitter. Auf Testflight, einer Testplattform für Apps, habe es für Yocast letztendlich ebenfalls nicht so viel Interesse gegeben wie erhofft.

Auch persönliche Gründe hätten eine Rolle gespielt, die Finanzierungsrunde abzublasen. Mit seinen privaten Verpflichtungen und dem eigenen Podcast hätte er sich nicht hundertprozentig der eigenen Firma widmen können, glaubt der Hamburger. Bislang hatten sich er und sein Co-Gründer über Erspartes und durch eine Gründungsförderung aus Hamburg finanziert. Im März wäre eigentlich der Notartermin für das Funding geplant gewesen. Nun soll die GmbH hinter Yocast liquidiert werden. „Traurig und froh zugleich“, sei Glöckler über diese Entscheidung.



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