Lifestyle

Ein Handfächer hilft bei Hitzetagen


Der Sommer ist in Hochform, die Temperaturen klettern wieder Richtung 40 Grad. Kein Spaß für alle, die in der Stadt unterwegs sind oder in vollen Zügen sitzen, mit Maske vor Mund und Nase. Wenn dann auch noch die Klimaanlage ausfällt! Dann hilft nur noch ein Gerät, das Wind macht. Wir empfehlen einen Handfächer – ein einfaches Instrument mit einer äußerst effizienten Konstruktion, das, zusammengeklappt, in jede Handtasche passt. Das Gute: Handfächer brauchen keinen Strom. Sie sind unplugged sozusagen, total analog. Auch deshalb gehört nach unserer Überzeugung in jeden Überlebenskoffer ein Exemplar.

Wir jedenfalls haben seit diesem Sommer immer einen Fächer griffbereit. Einen in Knallrot (9,90 Euro beim Premium-Versender für „die guten Dinge“) mit Stangen und Dorn aus einem stabilen Birnbaumholz; das Fächerblatt ist aus einem festen Baumwolltuch. Langlebige Fächer mit dem richtigen „Wumms“ verspricht neuerdings auch das Frankfurter Gestalter-Büro Justfans, das die Wedler in bunten Farben aus recyceltem Plastik in Hessen herstellen lässt (6,95 Euro). Das wäre dann die regionale Variante.


Bild: Kai Felmy


So oder so, die Handhabung ist einfach. Den Fächer-Dorn zwischen Daumen und die restlichen Finger geklemmt, lässt sich das Halbrund spielend in Bewegung setzen. Dann kommt die Verdunstungskälte ins Spiel. Den Begriff kennen die meisten vermutlich noch aus dem Biologieunterricht. Bäume ziehen über die Wurzel Wasser und geben dieses über ihre Blätter und Nadeln wieder an die Luft ab. Das Wasser verdunstet, und so ist es beispielsweise sommertags im Wald deutlich kühler als auf der Wiese nebenan.

Der menschliche Körper funktioniert ähnlich. Ist uns heiß, beginnen wir zu schwitzen. Der Körper will angestaute Hitze loswerden, und zwar über die Poren der Haut. Mit Wind kann man diesen Prozess beschleunigen, die zugeführte Luft ist zwar nicht kühler, weil aber die Wärme schneller abtransportiert wird, fühlt es sich kühler an.

Beim Wedeln sind im Übrigen mehrere Variationen möglich, jeweils mit einer eigene Botschaft. Kurze, zackige Bewegungen (Typ Zicke) von Frauenhand signalisieren: Vorsicht, bleib mir ja von der Pelle. Die langsam und galant Fächerschwingende dagegen provoziert die Frage: Haben Sie heute Abend schon etwas vor? Reagiert der Auserkorene nicht, kann sie den Spieß umdrehen und ihn proaktiv anwedeln.

In der Hitze ist schließlich jeder für einen kleinen Luftzug dankbar. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich daraus sogar eine Liaison fürs Leben. Heiße Tage gäbe es dann nicht mehr zu fürchten. Denn dann machte sie es wie die alten Ägypter. Legte sich faul in einen Liegestuhl und ließe sich den lieben langen Tag vom Liebsten mit großen Palmenblättern in weit ausladenden, langsamen Schwüngen Luft zufächern. Verdunstungskälte kann so schön sein.



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