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Flexibles Arbeiten: Apples Plne zur Rckkehr der Angestellten ins Bro kommen nicht gut an | Nachricht


Apple mchte Angestellte fr mindestens drei Tage professional Woche wieder zurck ins Bro holen
Etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sich gegen die neue Regelung
ber 1.400 aktuelle und ehemalige Beschftigte haben sogar einen offenen Transient gegen die Rckkehr ins Bro unterschrieben

Apples “Return to Office” stt auf Unmut


Unzhlige Arbeitgeber haben ber die Corona-Pandemie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Homeoffice geschickt. Hierzu zhlte auch der US-amerikanische Tech-Gigant Apple. Statt diese Regelung aber weiterhin beizubehalten, mchte das Unternehmen nun wohl wieder schrittweise zurck zur “alten Normalitt” und plant, ab dem 23. Mai seine Angestellten fr mindestens drei Tage professional Woche ins Bro zu holen. Diese Initiative der Unternehmensfhrung stt bei etlichen Beschftigten aber offenbar auf groen Widerstand. Wie die Reporterin Zo Schiffer auf Twitter schreibt, soll sogar der Director of Machine Studying, Ian Goodfellow, bei Apple wegen der neuen “Return to Work”-Richtlinie gekndigt haben. Vor seinem Abschied schrieb er laut Schiffer in einer Notiz an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass seiner berzeugung nach mehr Flexibilitt die beste Regelung fr sein Staff gewesen wre.


hnlich wie Goodfellow sehen das anscheinend auch ber 1.400 seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Diese haben nmlich einen offenen Transient an die Apple-Fhrung unterzeichnet und die Argumente fr die Rckkehr ins Bro Stck fr Stck entkrftet.

Das Mrchen des “glcklichen Aufeinandertreffens


Laut den Verfasserinnen und Verfassern des offenen Briefes sei ein Argument fr die gewollte Rckkehr ins Bro das sogenannte “glckliche Aufeinandertreffen” der Angestellten. Hierbei geht es nicht nur darum, dass sich die Kolleginnen und Kollegen im Bro wieder erfreulicherweise in Realitt sehen, sondern auch, dass durch diese Kontakte in manchen Fllen “glckliche Zuflle” resultieren, die frderlich fr Apple sein knnten. Im offenen Transient der Angestellten werden diese aber quasi als Mythos abgestempelt. Zum einen besitze Apple zahlreiche Brogebude, sodass viele Kolleginnen und Kollegen sich niemals am gleichen Ort begegnen. Zum anderen frdere die von Apple geschaffene und gewollte Unternehmenskultur in keinster Weise das “glckliche Aufeinandertreffen”. Jede funktionale Einheit sei von der anderen getrennt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Gruppen htten keinen Zutritt zu den Rumlichkeiten der anderen Abteilungen. “Softwareingenieure reden nicht mit AppleCare Mitarbeitern und Retail Mitarbeitern reden nicht zufllig mit Hardware Entwicklern”, heit es im offenen Transient an die Unternehmensfhrung. Fr einen Kontakt sei deshalb nicht Glck notwendig, sondern Intention. ber Slack habe man in den vergangenen zwei Jahren versucht sich ber die Organisationseinheiten hinweg auszutauschen, doch auch hier sei durch die Einteilung in verschiedene Workspaces von Apple ein Riegel vorgeschoben worden. Selbst die Einrichtung gemeinschaftlicher Rume habe man von Seiten des Managements bewusst unterbunden.

Wo ist man kreativer – im Bro oder Zuhause?


Auch wenn der kreative Prozess zwischen verschiedenen Fachgebieten im Apple-Bro durch die “Silostruktur” nicht mglich ist, so sei es laut den Initiatoren des “Return to Office” dennoch frderlich sich innerhalb einer Einheit untereinander zu inspirieren. Die Verfasserinnen und Verfasser des offenen Briefes stimmen zu, dass es die Kreativitt steigern kann, wenn man in einem Raum gemeinsam arbeitet und nicht durch technische Barrieren voneinander getrennt ist. “Viele von uns brauchen dies aber nicht jede Woche, oft nicht einmal jeden Monat und ganz sicher nicht tglich”, erklren die Beschftigten. Sollte es notwendig sein, sich in einem Raum zu treffen, wrden sie das schon selbst organisieren. Hinderlich fr die Kreativitt seien aber eindeutig Groraumbros, die in den neueren Gebuden von Apple vorherrschend seien. Zum Nachdenken bruchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ruhe, welche sie besser in den eigenen vier Wnden bekommen wrden.

Keine Flexibilitt durch Anwesenheitspflicht im Bro


Wie bereits Goodfellow in seiner Notiz an sein Staff schrieb, wnschen sich auch die Verfasserinnen und Verfasser des offenen Briefes eher mehr, statt weniger Flexibilitt. Sie wrden verstehen, dass nicht jedem Angestellten das Arbeiten von Zuhause zugesichert werden knne. Dennoch wnschen sie sich die Mglichkeit, das Arbeitsmodell individuell innerhalb der Groups und mit den zustndigen Managerinnen und Managern abzusprechen. Eine pauschale Lsung, die schlicht auf alle angewendet wird und nicht die stellenspezifischen Gegebenheiten bercksichtigt, sei unpassend. Auf diese Weise wrden Angestellte ins Bro gezwungen, die ihre Arbeit auch ganz einfach von Zuhause erledigen knnten. “Hrt auf uns wie Schulkinder zu behandeln, denen gesagt wird, wann sie wo zu sein haben und welche Hausaufgaben zu machen sind”, heit es im offenen Transient. Man knne schlielich selbst entscheiden, welche Type fr einen am besten funktioniere. Ebenfalls knnten dadurch die persnlichen Umstnde besser mit dem Beruf vereinbart werden.

Das Pendeln bringt nur Nachteile mit sich


Ein weiteres, wichtiges Argument gegen die Rckkehr ins Bro, ist das Pendeln, welches bei einer unntigen Zitierung ins Bro nur Nachteile mit sich bringt. Ohne ausreichenden Grund sei die Fahrt zum Arbeitsplatz laut dem offenen Transient eine vollkommene Verschwendung von Zeit, sowie von mentaler und physischer Energie. Eine mitunter mehrstndige Fahrt an einen Ort, an dem man dann auch noch seine Arbeit schlechter erledigen knne, sei komplett sinnlos. Ebenso unsinnig sei es, ins Bro zu fahren, um dort in Videokonferenzen mit Personen zu sprechen, die in ganz anderen Stdten und Lndern der Welt sitzen. Das Pendeln schrnke damit sowohl die Produktivitt, als auch die Freizeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. “Ist es das wert, dafr dass alle Mitarbeiter zur selben Zeit im Bro sind? Und falls es so ist, wie wre es, wenn ihr uns fr die zustzliche Zeit bezahlt?”, fragen die Verfasserinnen und Verfasser des offenen Briefes die Unternehmensfhrung von Apple. Zu diesen ganz persnlichen Nachteilen, kommen auch noch die Probleme des Klimawandels und des Umweltschutzes.

Der Verlust von Diversitt


Durch die erzwungene Rckkehr ins Bro sehen die Beschftigten auerdem die Gefahr eines Verlusts von Diversitt innerhalb der Belegschaft. Das “konservative Vorgehen” mache Apple als Arbeitgeber fr weniger Leute attraktiv und wrde vor allem fr eine bestimmte Gruppe an Personen passend sein. Bei neuen Arbeitnehmern komme es dadurch vor allem auf bestimmte Privilegien an, die sie fr eine Einstellung mit sich bringen: “Privilegien wie du wohnst am rechten Platz, so dass du nicht umziehen musst oder du bist jung genug ein neues Leben in einer neuen Stadt oder einem neuen Land zu beginnen oder du hast einen Ehepartner, der nicht arbeitet und mit dir umziehen wird. Und Privilegien wie das richtige Geschlecht zu besitzen, so dass die Gesellschaft nicht von dir erwartet dich um das soziale Leben (Kinder, Senioren) zu kmmern und du den ganzen Tag im Bro verschwinden kannst ohne deinen Anteil an unbezahlter sozialer Arbeit zu leisten. Oder du bist reich genug, andere fr diese Arbeit zu bezahlen.” Schlussendlich wrde Apple “jnger, weier, mnnlicher, neuro-normativer und ohne krperliche Einschrnkungen” werden.

Heuchelei, dein Identify ist Apple


Den fr die Verfasserinnen und Verfasser wichtigsten Grund fhren sie im offenen Transient als letztes auf. Dieser stellt praktisch das gesamte Produktversprechen Apples infrage und kritisiert die Botschaft des Unternehmens mit der gelebten Praxis. Apple stelle fr seine Kundinnen und Kunden Produkte her, die als beste Lsung fr ein dezentrales Arbeiten angepriesen werden und die eigenen Angestellten knnten diese nicht benutzen, um flexibel, ohne verpflichtende Rckkehr ins Bro, arbeiten zu knnen? Durch dieses Vorgehen, knne man nicht mehr verlangen, von Kundinnen und Kunden ernst genommen zu werden. Die Verfasserinnen und Verfasser des offenen Briefes fragen sich, wie man als Unternehmen Produkte zur verbesserten Konnektivitt von Personen herstellen und diese dann selbst nicht fr die eigene Arbeit verwenden kann. Durch die aufgezwungene Rckkehr ins Bro verrate Apple praktisch alles, fr was es steht. “Es ist schlecht fr Apple, fr uns und unsere Produkte und damit in letzter Instanz auch fr unsere Kunden.”


Nicolas Flohr / Redaktion finanzen.web

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Bildquellen: Zhao jian kang / Shutterstock.com, Gil C / Shutterstock.com





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