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Gorillas will Spanien schließen – 300 Beschäftigte vor Kündigung


Der kriselnde Lieferdienst setzt beim Personal weiter den Rotstift an. Nun trifft es den Standort Spanien. Für die Betroffenen kommen die Kündigungen wohl überraschend.

Für die Gorillas-Beschäftigten in Spanien kommen die Kündigungen offenbar überraschend.

Für die Gorillas-Beschäftigten in Spanien kommen die Kündigungen offenbar überraschend.
picture alliance / ROBIN UTRECHT | ROBIN UTRECHT

Der Berliner Express-Lieferdienst Gorillas plant erneut hunderten Beschäftigten zu kündigen. Grund ist der Stopp aller Aktivitäten am Standort Spanien, wie mehrere spanische Medien übereinstimmend berichten. Insgesamt seien rund 300 Mitarbeiter betroffen, einschließlich Fahrer. Gorillas war bislang in den Städten Madrid, Valencia, Alicante und Barcelona aktiv. Dort würden demnächst alle Betriebsstätten und Lager geschlossen.

Gegenüber Gründerszene teilt Gorillas mit, man habe am 15. Juni „ein rechtliches Verfahren eingeleitet, um den Personalabbau zu prüfen“. Die Beschäftigten seien aufgefordert, entsprechende Vertreter für Verhandlungen zu bestimmen. Wahrscheinlich wird es dabei auch um Abfindungen gehen. Bis auf Weiteres würden Kunden in den spanischen Städten noch beliefert, so eine Sprecherin.

Für die Beschäftigten kommen die Kündigungen offenbar überraschend. Laut der Nachrichtenseite El Confidencial soll die für Spanien verantwortliche Country Managerin, Magdalena Szuszkiewicz, entsprechende Pläne noch Ende Mai dementiert haben. Wie sie dem Medium damals mitteilte, suche Gorillas lediglich einen Käufer für sein Spaniengeschäft. Offenbar ohne Erfolg, wie sich nun zeigt.

Zweite Massenentlassung innerhalb weniger Wochen

Erst vor drei Wochen hatte Gorillas massiv Stellen abgebaut. In der Zentrale in Berlin wurde mehr als 300 Beschäftigten gekündigt – knapp die Hälfte des Teams. Die Firma arbeite darauf hin, profitabel zu werden, müsse aber ihre Kostenstruktur anpassen. „Vor dem Hintergrund unserer Geschäftsziele haben wir unsere personellen Strukturen sorgfältig geprüft und die schwierige Entscheidung getroffen, unsere Teams weltweit neu aufzustellen“, hieß es.

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Schon damals war allerdings mit weiteren Stellenkürzungen zu rechnen. Man wolle sich perspektivisch auf die fünf Kernmärkte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und USA konzentrieren, die nach Unternehmensangaben für 90 Prozent des Gesamtumsatzes stehen. Die Betriebsaktivitäten in den Ländern Italien, Spanien, Dänemark und Belgien würden seitdem „strategisch überprüft“.

Das schnellere Erreichen der Gewinnschwelle ist nur ein Grund für die Entlassungen. Dem Lieferdienst geht es auch darum, sich mit Kosteneinsparungen für neue Investoren attraktiv zu machen. Wie Gründerszene im Februar berichtete, will CEO Kagan Sümer „700 Millionen Dollar oder mehr“ einsammeln. Die Finanzierungsrunde ist bislang jedoch noch nicht abgeschlossen.



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