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Joe Biden wagt es wieder


das Morning Briefing erscheint heute ausnahmsweise erst leicht verspätet als Podcast. Wir bitten um Ihr Verständnis und etwas Geduld, während wir ein technisches Downside beheben.

Es ist das am schlechtesten gehütete Geheimnis von Washington. Nun publiziert es eine Web site der Hauptstadt namens „The Hill“: Joe Biden ist demnach fest entschlossen, sich im Jahr 2024 um eine Wiederwahl als US-Präsident zu bemühen. Das habe er auch Ex-Regierungschef Barack Obama wissen lassen, der ihn Anfang des Monats im Weißen Haus besucht hat. Biden conflict bei der Amtseinführung bereits 78 – so alt wie kein amerikanischer Präsident vor ihm.

Angesichts der hohen Inflation, der Pandemie und des Ukrainekriegs sind seine Umfragewerte stark gesunken. Joe Biden will es aber scheinbar trotzdem wissen. Er sei der Einzige, der gegen Donald Trump, 75, gewinnen könne, glaubt der Politiker der Demokratischen Partei. Schon im Dezember hatte Biden angekündigt, wenn er bei guter Gesundheit sei, würde er wieder antreten. Auch Vizepräsidentin Kamala Harris sei wieder Kandidatin.

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Doch: Die ist im Washingtoner Betrieb irgendwo zwischen Aktenraum und Oval Workplace untergetaucht.

Die neueste Entwicklung beim Streamingdienst Netflix ist quick so aufregend wie die Frage, wer wohl mit wem zusammenkommt in der populärsten Netflix-Serie „Bridgerton“, die das Balzverhalten während der Ballsaison in Englands Excessive Society im frühen 19. Jahrhundert aufs Korn nimmt. Drama, Child, Drama, sagen sie in dem gehypten US-Unternehmen, nachdem es erstmals in zehn Jahren Abonnenten verloren hat, und zwar 200.000 zwischen Januar und März. Im zweiten Quartal wird der Abgang von weiteren zwei Millionen erwartet – was den Aktienkurs um bis zu 20 Prozent nach unten drückte.

Netflix moniert, dass sich zusätzlich zu den 222 Millionen zahlenden Haushalten weitere 100 Millionen free of charge ein Netflix-Konto teilen. Länder wie Chile, Costa Rica oder Peru sind hier auffällig. Aber auch die Aufgabe des russischen Geschäfts kostet 700.000 Kunden. Die hohe Durchdringung der Haushalte, auch wenn dafür nicht gezahlt wird, verbunden mit einem intensiveren Wettbewerb, sorgten für Gegenwind, teilt Netflix den Investoren mit.

Anders gesagt: Die große Popularität zahlt sich nicht mehr aus.

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Das jüngste stärkere Erdbeben hat vor einem Monat wieder einmal die Area um den japanischen Ort Fukushima getroffen. Das Beben, von dem der Internationale Währungsfonds (IWF) spricht, ist jedoch rein metaphorischer Natur und begleitet eine düstere Wirtschaftsprognose. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukrainekrieges verbreiteten „sich weiter wie seismische Wellen, die vom Epizentrum eines Erdbebens ausgehen“, sagt der IWF.

In schnöde Zahlen, wie sie geographiekundige Ökonomen lieben, heißt das: Die Weltwirtschaft wächst 2022 nicht um 4,4 Prozent, wie noch im Januar angenommen, sondern nur um 3,6 Prozent. Deutschlands Heilungsprognose wird von 3,8 Prozent auf 2,1 Prozent abgestuft. Bundesfinanzminister Christan Lindner (FDP), der am heutigen Mittwoch erstmals an der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington teilnimmt, spricht von einem „weiteren Warnsignal, dass es ökonomisch kein einfaches Weiter-so gibt“. Vielleicht kommt Lindner mit einer praktischen Idee zum Erdbebenschutz vom Potomac zurück.

Wenn Bundeskanzler Olaf Scholz derzeit über eine ausreichende und effektive Waffenlieferung an die Ukraine spricht, weiß man, sie wird aus Deutschland – anders als aus den USA, Großbritannien, Polen oder Litauen – nicht erfolgen. Von „Scholz“ Mogelpackung“ spricht mein Kollege Martin Greive.

Olaf Scholz: Der Bundeskanzler steht in der Debatte über Waffenlieferungen an die Ukraine unter Druck.


(Foto: Getty Photos)

Als der Sozialdemokrat noch in seiner alten Funktion als Bundesfinanzminister über seinen größten Erfolg redete, die globale Mindestbesteuerung von Unternehmen mit wenigstens 15 Prozent, sah er einen „historischen Erfolg“ – doch auch hier entwickeln sich die Dinge anders als gedacht:

  • Die Reform soll nicht mehr schon 2023, sondern erst 2024 greifen.
  • Die US-Regierung bekommt womöglich einen Teil der Reform nicht durch den Kongress, was in Europa den Elan einiger Staaten abschwächt, die Ideen umzusetzen.
  • Vor allem die Besteuerung der großen Digitalkonzerne, auf die Scholz einst nebenbei auch zielte, wird in Washington kritisch gesehen. Vor den Kongresswahlen im November will hier niemand mehr etwas riskieren.
  • Polen hat bereits bei einem Treffen der EU-Finanzminister Anfang April die ganze Sache blockiert.

Intestine möglich, dass Großbritannien und Frankreich im Herbst nationale Digitalsteuern einführen (wovon im zahmen Deutschland nichts zu hören ist). Leidtragende sind die Schwellenländer, denen ein größerer Anteil am globalen Steuerkuchen in Aussicht gestellt worden conflict. Ist das Scholz’ nächstes Luftloch?

„Versprechen binden nur diejenigen, die daran glauben“, verkündete der frühere französische Staatspräsident Jacques Chirac.

Multiaufsichtsrat Sigmar Gabriel, einst Bundesaußenminister und SPD-Chef, hat in der Betrachtung des Ukrainekriegs zunächst belehrt und dann bereut. Nach dem geplatzten Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Kiew hatte er den Parteifreund in Schutz genommen. Gemeinsam mit Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe er „mehr als alle anderen in Europa“ dafür getan, die Ukraine zu unterstützen, so Gabriel im „Spiegel“. Alles andere sei „wahrheitswidrig und bösartig“.

Ukraines Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, ein lebhafter Steinmeier-Kritiker, hielt dagegen: Bösartig sei vor allem die „jahrelange Putin-freundliche Politik“ von Gabriel und seinen „SPD-Kumpanen“ gewesen: „Die Aufarbeitung kommt noch. Disgrace on you.“

Nur wenige Stunden später räumte Ex-Vizekanzler Gabriel tatsächlich Versäumnisse der früheren Bundesregierung im Zusammenhang mit der Fuel-Pipeline Nord Stream 2 ein. „Es conflict ein Fehler, bei den Einwänden gegenüber Nord Stream 2 nicht auf die Osteuropäer zu hören. Das conflict auch mein Fehler“, sagte er gegenüber der „Welt“. Mal sehen, ob das schon die ganze Aufarbeitung conflict.

Dr. Oetker: Der Nahrungsmittelhersteller hat sein russisches Werk jüngst an das lokale Administration veräußert.


(Foto: imago photos / Manngold)

Die „vielen Tücken“ des Rückzugs aus Russland beschreiben unsere Reporter im Unternehmensressort. Aktuell verkündete der Konsumgüterkonzern Henkel das Aus in dem eurasischen Kriegsland – kein anderer Dax-Konzern conflict hier so stark aktiv gewesen. Und SAP verkündete gestern, nach dem Neugeschäft nun auch das Enterprise mit den Bestandskunden auslaufen zu lassen.

Der Beratungsbedarf ist in solchen Fällen sehr hoch, die Abwicklung dürfte zehn bis zwölf Monate dauern. Probleme machen dabei Sorgen um das örtliche Administration, das Pressionen erleiden könnte, sowie vertragliche Bindungen und mögliche Enteignungen. Bei Henkel steht ein dreistelliger Millionenbetrag im Feuer. Und schließlich geht es um die langjährigen Mitarbeiter, denen Joblosigkeit droht.

Die Problemlösung beim Nahrungsmittelhersteller Oetker sieht so aus, dass das russische Werk jüngst an die Mitarbeiter veräußert wurde. Aus Sorgen ums Private hat dagegen Continental die Reifenproduktion im Werk Kaluga südwestlich von Moskau wieder anlaufen lassen. Gewinne will der Dax-Konzern damit nicht machen.

Und dann ist da noch Jeffrey („Jeff“) Terry Inexperienced, 45, eher unscheinbarer Unternehmensgründer mit schütterem blonden Haar, der einen pekuniären Rekord hingelegt hat. Der Chef der kalifornischen digitalen Werbefirma The Commerce Desk könnte als bestbezahlter Supervisor in die US-Wirtschaftsgeschichte eingehen. Dank Aktienoptionen für 2021 kassiert Mister Inexperienced jedenfalls ein fürstliches Gehalt von 828 Millionen Greenback – eine kleine Anerkennung dafür, dass er den Aktienkurs in die Höhe gejagt hat.

Das „Wall Road Journal“ entdeckte in den Gehaltsangaben der größten börsennotierten US-Konzerne niemanden, der ein ähnliches Vergütungslevel erreicht. Immerhin hat sich Inexperienced, der auf 3,8 Milliarden Greenback Vermögen geschätzt wird, der Initiative „The Giving Pledge“ angeschlossen: Man muss hier vor dem Tod 90 Prozent seines Vermögens spenden.

„Erfolg haben heißt: geben, immer wieder geben; man kann nicht verhindern, dass es wieder zurückkommt“, kommentiert der Schweizer Handelsunternehmer Gottlieb Duttweiler (1888-1962).

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Hans-Jürgen Jakobs



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