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Kein Geld für Deep One: Darum platzte der DHDL-Deal mit Georg Kofler


200.000 Euro wollte Georg Kofler in der TV-Present “Die Höhle der Löwen” in das Kopfhörer-Startup Deep One investieren. Der Mangel an Computerchips ließ den Deal jedoch scheitern.

Investor Georg Kofler lässt sich zum Ende hin dann doch von dem Techgerät des Münchener Startups begeistern – und will investieren.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Die weltweite Krisen machen auch vor den Toren der Vox-Present „Die Höhle der Löwen“ keinen Halt. Der Deal zwischen dem Investor Georg Kofler und dem DHDL-Startup Deep One platzte aufgrund des globalen Chipmangels, heißt es von Gründerseite. „Wir sahen uns mit stark gestiegenen Lieferzeiten für elektronische Bauteile konfrontiert. Unter diesen Umständen wurde der Deal einvernehmlich aufgelöst“, erklärte Stefan Stube, einer der drei Gründer des Startups auf Anfrage von Gründerszene. 

Bei dem Deal handelte sich um ein Funding in Höhe von 200.000 Euro für 25 Prozent der Anteile an der Münchner Firma Deep One. Das Startup produziert Audiogeräte, die Musik, Filme und Spiele fühlbar machen sollen. So könnten auch gehörlose Menschen wieder Musik hören, erklärte Stube in der Sendung. Nutzer legen dafür den Deep One um den Nacken – wie ein Nackenkissen, das man von langen Reisen kennt. Die Technik in dem Audiogerät übersetzt dann Lieder oder Geräusche in Vibrationen, die Nutzer beim Tragen spüren – und Töne und Geräusche intensiver wirken lassen soll.

Diese Gründer stecken hinter Deep One

Die Idee für den Deep One entwickelte Frederik Podzuweit während seines Industriedesign-Studiums. Seine ersten Entwürfe zum Gerät habe er im Netz hochgeladen und dafür optimistic Resonanz erhalten, wie er sagt. Gemeinsam mit Stube und seinem Uniprofessor Stefan Mittnik entwickelte Podzuweit das Produkt weiter und gründete 2018 die Firma. Nun stellten sie ihr Produkt bei DHDL vor.

Stefan Mittnik, Frederik Podzuweit und Stefan Sube (v.l.) fordern von den Löwen 200.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.

Stefan Mittnik, Frederik Podzuweit und Stefan Sube (v.l.) fordern von den Löwen 200.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Quick alle Löwen reagierten begeistert. „Ich bin fasziniert von eurem Produkt“, äußerte sich der ehemalige Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg. Er schreckte allerdings vor einem Funding zurück, weil der Gaming-Markt nicht sein Fachbereich sei. Dasselbe galt für die restlichen Juroren.

Georg Kofler, der sich im Vergleich zu allen anderen Löwen anfangs nicht so begeistert von dem Audiogerät der Münchener zeigte, wollte schließlich doch investieren. Aber nicht für zehn Prozent der Anteile, wie die Gründer es wollten. Das Workforce bot ihm im weiteren Verlauf 16 Prozent an, doch der Ex-Prosieben-Chef bestand auf 25 Prozent der Firmenanteile. „Sonst investiere ich nicht“, sagte er. 

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In der Sendung ließen sich die drei Gründer auf das Angebot ein. Hinter den Kulissen kam der Deal dann aber doch nicht zustande – und zwar aufgrund der Chipknappheit, die Kofler anscheinend schon zu Zeiten der Aufzeichnungen beschäftigte. Mit seiner Einschätzung, dass ein Funding in ein Tech-Unternehmen wie Deep One gerade in diesen Krisenzeiten riskant wäre, sollte er richtig liegen: Aussagen des Intel-Cooks Pat Gelsinger zufolge soll der Chipmangel noch bis 2024 andauern.

Auch Crowdfunding-Kampagne abgesagt

Die Folgen der weltweiten Krisen bekam das DHDL-Startup insbesondere in den vergangenen Monaten zu spüren: So musste der bereits geplante Produktionsstart Anfang dieses Jahres abgesagt werden. „Da wir keine Bauteile bekamen, mussten wir dem Projekt eine Zwangspause verordnen“, so Stube. Auch eine geplante Crowdfunding-Kampagne Ende 2021 haben die Gründer verschieben müssen. „Da wir momentan nicht wissen, wann wir in Produktion gehen können.“

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Für Kofler ist es der zweite Deal in dieser Staffel von „Die Höhle der Löwen“. Zuletzt scheiterte das gemeinsame Funding mit Carsten Maschmeyer in die Relationship-App Chaanz. Offiziell lautete der Grund, dass die Vorstellungen des Gründerteams und der Investoren auseinandergingen. Inoffiziell hieß es, dass das finanzielle Risiko zu hoch und die Umsatzprognosen nicht realistisch gewesen seien.



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