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Küche im Donaudelta: Ein Paradies für Fischliebhaber


Seit jeher zieht es Touristen zu den weiß und blau gestrichenen Reetdachgasthäusern im Donaudelta. Wenn morgens die Sonne aus dem Nebel über dem Wasser emporsteigt und die Schakale noch zu hören sind, stehen die Urlauber auf, um mit den Booten auf den schmalen, von Schilf und Seerosenblüten gesäumten Kanälen zu fahren. Die schon aktiven Angler prüfen die Fischernetze, die in der Nacht zuvor ausgelegt wurden. Die zu einem neuen Tag erwachende Natur überrascht immer wieder mit ihrer Vegetation und reichen Fauna. Pelikane gruppieren sich im Kreis um Fischschwärme, um sie ans Ufer zu treiben, wo sie sie leichter fangen können.

Das im Norden der Dobrogea-Area gelegene Donaudelta bildet zwischen den drei Armen, durch die es ins Schwarze Meer mündet – Chilia, Sulina und Sfântu Gheorghe – das Biosphärenreservat. Es ist das ganze Jahr über ein Anziehungspunkt, besonders aber im Sommer, wenn sogar Kreuzfahrtschiffe einfahren. Erkunden sollte man das Donaudelta aber lieber mit kleinen Booten, um die Landschaft aus nächster Nähe zu bewundern – und anschließend die lokalen Fischspezialitäten verkosten.

Die Einheimischen setzen in ihrer Küche vor allem auf lokale Produkte und konservieren den Fisch durch Räuchern oder Salzen. Später kann der Fisch dann entsalzt werden, um Malasolka zuzubereiten, was im dem Slawischen „ein wenig Salz“ bedeutet. „Rauchige und trockene Makrele oder Plattfisch mit gekochten Kartoffeln und Knoblauchsoße sind das beste Trio dafür“, sagt die Lipowanerin Alexandra Butîlchin. Im rumänischen Tulcea aufgewachsen, zog sie dann ins Dorf Mila 23, wo sie und ihr Mann, der Fischer Mihai, ein Gästehaus gründeten. Hier verwöhnt Alexandra ihre Besucherinnen und Besucher mit traditionellen Gerichten mit täglich von ihrem Mann gefangenem Fisch.

Störsuppe aus Sfântu Gheorghe

Weitere Köstlichkeiten der Area sind Karpfenrogensalat mit Sonnenblumenöl und Zwiebeln, aber auch Hechtrogensalat mit Zitronensaft. Sie sind als lokale Custom eines abgegrenzten geografischen Gebiets sogar durch EU-Recht geschützt. Die beliebte Störsuppe, auch Starceak („kleiner Stör“) genannt, mit gekochtem Gemüse und beträufelt mit geriebenen Tomaten oder Tomatensaft, ist ein Gericht aus dem rumänischen Dorf Sfântu Gheorghe im Donaudelta. Der saure Geschmack wird durch die Molke erreicht, die nach dem Trennen der Butter vom Sauerrahm zurückbleibt. Dazu gereicht werden Peperoni oder Knoblauchmayonnaise, bekannt auch als Sarmusak. Dieser Identify leitet sich vom türkischen Begriff für Knoblauch ab: Sarimsak.

Die beliebte Störsuppe, serviert mit Peperoni.


Die beliebte Störsuppe, serviert mit Peperoni.
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Bild: Irina Radu


In den frühen Jahrhunderten, als die Störpopulation im Donaudelta sehr groß warfare, konnte Kaviar nach Belieben verzehrt werden. Störe sind seit jeher zum Laichen vom Schwarzen Meer über die Donau gewandert. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde jedoch das Wasserkraftwerk Eisernes Tor errichtet, das ihre Wanderroute unterbrach. Durch Überfischung ging die Störpopulation weiter zurück. Inzwischen ist der Stör im Donaudelta eine geschützte Artwork. Was heute konsumiert wird, bezieht man von Züchtern. Eine bekannte Aquakultur-Farm, die Fisch für Eating places liefert und die Besiedlung der Donaugewässer mit Jungfischen sicherstellt, befindet sich im Dorf Horia im Kreis Tulcea.

Weil der Preis für die Störsuppe unter diesen Bedingungen ziemlich hoch ist, wird stattdessen oft Wels verwendet, obwohl diese Variante geschmacklich nicht an das Originalrezept heranreicht. Stattdessen empfiehlt sich aber die traditionelle Fischsuppe aus dem Donaudelta. Laut Radu Manolache, Küchenchef aus dem Fischerdorf Jurilowka, ist sie das beliebteste Gericht der Area. „Die Fischsuppe kann aus mindestens sechs bis sieben Fischarten hergestellt werden und enthält eine kleine Menge Gemüse, da es im Donaudelta nicht viel Land für Plantagen gibt“, sagt Manolache. Umso vielfältiger ist die Auswahl der Fischarten: „Für dieses Rezept werden Fischarten wie Brassen, Rotauge, Karausche, Hecht, Wels, Karpfen und Flachs verwendet“, erklärt der Küchenchef. Der Fisch wird nach dem Kochen separat mit Kartoffelwürfeln serviert, dazu wird die Gemüsesuppe mit Knoblauchsauce und Peperoni gereicht.

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