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Lafontaine provoziert bei „maischberger“ – doch der Rest beißt nicht an


Die Linke taucht im Saarland gerade tief hinab in die Bedeutungslosigkeit, und gleichzeitig taucht der Saarländer Politikrentner Oskar Lafontaine im Fernsehen wieder auf. Das ist mehr als ein merkwürdiger Zufall – und das zeigt „Maischberger. Die Woche“ an diesem Mittwoch überdeutlich. Sehr very important setzt sich der 78-Jährige zum kleinen Discuss zwischen CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und die Moderatorin Sandra Maischberger.

Mit großer Geste doziert er über Nächstenliebe. „Was würde jemandem passieren“, wirft er die Frage auf, „der in einer Talkshow sagen würde: Wir müssen die Russen lieben?“ Nehmen wir die Antwort vorweg: Es passiert nichts. Niemand verlässt den ARD-Mittwochstalk. Niemand schreit auf und beschimpft den Alt-Linken. Deutschland ist tolerant. Doch Lafontaine strapaziert diese Toleranz nach Kräften – wieder und immer wieder.

Putin, Biden und andere Kriegsverbrecher?

„Ich bin der Meinung, dass Putin ein Kriegsverbrecher ist“, sagt Oskar Lafontaine etwa – doch ist das nur seine Einleitung. Denn er fährt fort: „Ich bin der Meinung, dass Herr Biden ein Kriegsverbrecher ist.“  Und der Mann, der zuerst die SPD und letztlich nun auch die Linke ziemlich heruntergewirtschaftet verlassen hat, verweist noch auf weitere US-Präsidenten – alles Kriegsverbrecher?

Es spricht für CDU-Mann Röttgen, dass er das Vertiefen dieser Diskussion als reines Wortgefecht ablehnt. „Das ist Rechthaberei“, befindet Röttgen und kehrt aus dem linken Blick auf die Weltgeschichte in die Gegenwart zurück: „Was ist heute unsere Verantwortung?“

Lesen Sie hier alles Wichtige zum Verlauf des Kriegs in der Ukraine im Newsticker. 

„Putin hat Interessen…“

Wie additionally ist das nun mit dem Krieg, mit der Politik und der Nächstenliebe? Für Lafontaine bleibt sie „eine pure Selbstverständlichkeit“. Er lehnt es ab, Russen etwa aus dem Kulturbetrieb auszuladen. „Wir können nicht Frieden auf der Welt finden, wenn wir immer ausgrenzen.“ Dann fügt Lafontaine dazu: „Es kann ja sein, dass morgen ein neuer Gorbatschow in Russland an die Macht kommt.“ Letztlich präsentiert er sich als Putin-Versteher: „Putin hat Interessen. Und deshalb muss man verhandeln.“

Annalena Baerbock will sich nicht gewöhnen

Norbert Röttgen reagiert klar: „Ihre Blauäugigkeit weise ich zurück.“ Und Pazifismus als politisches Prinzip sei gescheitert: „Als Staat ist es eine unmögliche Haltung. Der Pazifismus als Politik halte ich für widerlegt.“ Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat diesen Lernprozess offensichtlich auch vollzogen. Die Grünen-Politikerin ist dem ARD-Discuss zugeschaltet.

Und Sandra Maischberger begrüßt sie mit der Einleitung, dass die junge Annalena mit ihren Eltern zu Friedensdemonstrationen gegangen sei. Ob sie sich an die neue Welt schon gewöhnt habe? Annalena Baerbock beantwortet die Frage klar: „Ich hoffe, dass sich niemand daran gewöhnen kann.“

Lesen Sie hier alle Stimmen zum Ukraine-Krieg. 

„Dann haben wir den dritten Weltkrieg“

Da versteht die Außenministerin auch den US-Präsidenten Joe Biden und seine öffentliche Forderung, dass Putin als Präsident weg müsse. „„In jedem Politiker, der schon alles mitgemacht hat, steckt auch ein Mensch“, sagt Baerbock. Doch kehrt sie schnell zur Rationalpolitik zurück. „So sehr es einem das Herz zerreißt, müssen wir uns vergegenwärtigen, was es bedeutet, wenn wir in direkte Konfrontation mit Russland kommen – dann haben wir einen dritten Weltkrieg.“

Ihre Forderung gilt der Abkehr von Öl und Gasoline aus Putins Reich. „Wir machen einen kompletten fossilen Ausstieg“, kündigt die Grüne an. „Wir brauchen einen Komplettausstieg aus fossilen Energien von Russland. Und wir bereiten es so vor, dass unser Ausstieg nicht zu Lasten anderer Länder geht.“ Deutschland wolle anderen nicht auf dem Weltmarkt die Energie wegkaufen. „Sonst bricht von einem Tag zum anderen die Unterstützung weg.“

Baerbock – als Mutter und als Politikerin

Zwischendurch lockt die Moderatorin die Außenministerin auf eine personal Ebene. Maischberger fragt nach Baerbocks Kindern, sieben und elf Jahre alt. Sie spricht mit der Mutter über Kinderfragen. Ob der Krieg nach Deutschland kommen werde? Ob die Zukunft der Kinder nicht sehr viel weniger friedlich sein werde, als sie es aus ihrer eigenen Kindheit kennt? Und was antwortet die Mutter und Politikerin? „Das stimmt“, sagt sie. Schlichte zwei Worte der Privatfrau Baerbock. Schnell aber ergänzt die Politikerin Baerbock: „Wir dürfen nicht nur auf unsere deutsche Sicherheit schauen.“





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