Business

Lieferando-Mitgründer Jörg Gerbig wegen „Fehlverhaltens“ freigestellt


Seit Lieferando an Takeaway verkauft wurde, saß der Berliner Jörg Gerbig dort im Vorstand – bis heute. Der Lieferdienst hat interne Untersuchungen gegen ihn eingeleitet.

Der 41-jährige Gerbig battle jahrelang COO von Simply Eat Takeaway.com.
Lieferando

Eigentlich sollte Jörg Gerbig am heutigen Mittwoch als Vorstandsmitglied und COO des niederländischen Lieferdienstes Simply Eat Takeaway.com wiedergewählt werden. Das battle zumindest bis vor wenigen Stunden noch ein Programmpunkt auf der jährlichen Hauptversammlung des börsennotierten Konzerns. Stattdessen wurde der Berliner mit sofortiger Wirkung von all seinen Ämtern freigestellt, wie Simply Eat Takeaway.com am Mittwochmorgen mitteilte. Gegen Gerbig, Gründer der deutschen Marke Lieferando, wurden intern Untersuchungen eingeleitet.

„Der Aufsichtsrat wurde kürzlich über eine formelle Beschwerde in Bezug auf Jörg Gerbig informiert, die sich auf ein mögliches persönliches Fehlverhalten bei einer Unternehmensveranstaltung bezieht“, heißt es in der Mitteilung. Der Lieferdienst betont, dass „die Beschwerden nicht in Zusammenhang mit Finanz- oder Berichtspflichten“ stehen. Auf Gründerszene-Nachfrage zu den Gründen verweist Lieferando lediglich auf die Mitteilung. Jörg Gerbig battle kurzfristig nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Takeaway hat nach eigenen Angaben eine externe Firma beauftragt, die den Fall untersucht. Sollte es nach Abschluss des internen Verfahrens keine Belege für die Vorwürfe geben, könne sich der COO zur Wiederwahl stellen, heißt es. Der Lieferando-Gründer selbst sei diesbezüglich optimistisch gestimmt.

Auch Aufsichtsratschef geht überraschend

Gerbig hat 2009 den Berliner Essenslieferdienst Lieferando mitgegründet und fünf Jahre später für 63 Millionen Euro an Takeaway verkauft. Seitdem fungiert er als COO. Bis vor eineinhalb Jahren battle der 41-Jährige außerdem Chef des deutschen Marktes.

Der langjährige Vorsitzende des Aufsichtsrats Adriaan Nühn hat heute ebenfalls bekannt gegeben, sich nicht erneut zur Wahl zu stellen. Von Aktionären gab es in der Vergangenheit deutliche Kritik an der Besetzung und den Entscheidungen des Managements und des Aufsichtsrates. Nühn habe sich für den Rücktritt entschieden, damit sich das Gremium auf die aktuellen Herausforderungen konzentrieren könne und das Vertrauen der Aktionäre sichern könne, sagt er in einem Assertion.



Supply hyperlink

Leave a Reply

Your email address will not be published.