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Lieferengpässe, weil ukrainische LKW-Fahrer fehlen


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image alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski

Seit Jahren herrscht in Deutschland ein Mangel an LKW-Fahrern. Laut Angaben des Bundesverbands Güterverkehr und Logistik (BGL) waren es vor dem Ukraine-Krieg zwischen 60 und 80.000 Beschäftigte, die fehlten.

Der Ukraine-Krieg droht diesen Engpass weiter zu verschärfen. Sieben Prozent aller in Deutschland gefahrenen Mautkilometer – additionally auf Bundesstraßen und Autobahnen – würden auf ukrainische LKW-Fahrer entfallen, so ein Experte.

Aufgrund des Krieges können Fahrer aber ihre Visa nicht mehr verlängern und können deswegen nicht mehr arbeiten. Ein Wegfall der Fahrer würden könne zu „Verhältnissen und Lieferengpässen wie im Vereinigten Königreich nach dem Brexit führen“, sagt der Experte.

Ein LKW-Fahrer, der hunderte Kilometer über Autobahnen und Landstraßen fährt, dabei mehrere Länder durchkreuzt und sich auf den Raststätten mit Kollegen aus aller Welt trifft, kurz: die Trucker-Romantik.

Viel ist davon nicht mehr übrig. Denn die Branche hat einen akuten Fachkräftemangel. Allein in Deutschland fehlen derzeit laut Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik – kurz BGL – zwischen 60 und 80.000 LKW-Fahrer. Und das, obwohl der Anteil von LKWs an der insgesamt erbrachten Transportleistung im Güterverkehr sich laut Modal-Break up im Jahr 2021 auf rund 72 Prozent perception. Sie sind additionally das mit Abstand wichtigste Gütertransportmittel in der Bundesrepublik. Jetzt aber droht der seit einem Monat anhaltende Ukraine-Krieg das Downside noch zu verschärfen.

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100.000 ukrainische Fahrer arbeiten in Polen

Es seien zwar nur ein paar hundert ukrainische LKW-Fahrer in Deutschland beschäftigt, „aber in Polen sind es rund 100.000 und von denen fahren viele im Fernverkehr, additionally auch in Deutschland“, sagt Thomas Puls vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln Enterprise Insider im Gespräch. Er ist spezialisiert auf die Themen Verkehr und Infrastruktur. Der BGL bezifferte den Marktanteil polnischer LKWs in Deutschland im Jahr 2021 auf 17,5 Prozent. Sieben Prozent aller in Deutschland gefahrenen Mautkilometer – additionally auf Bundesstraßen und Autobahnen – würden auf ukrainische LKW-Fahrer entfallen, so der Experte Puls. „Sie haben additionally einen enormen Einfluss auf die Versorgung in Deutschland.“

Ein plötzlicher Wegfall dieser Fahrer „kann zu Verhältnissen und Lieferengpässen wie im Vereinigten Königreich nach dem Brexit führen“, so Puls weiter. Zum Hintergrund: Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, auch Brexit genannt, führte zu einem Mangel an LKW-Fahrern. Die Folge waren unter anderem leere Supermarktregale und fehlendes Benzin an den Tankstellen.

Lkw-Fahrer müssen in die Ukraine, um Visum zu erneuern

Auf den ersten Blick scheint der drohende Fahrer-Mangel widersprüchlich, sind die Fahrer doch in Polen angestellt und nicht in der Ukraine, wo derzeit Krieg herrscht. Das jetzt auf Deutschland zukommende Downside ist aber hausgemacht. „Ukrainische LKW-Fahrer erhalten in der Regel keine Arbeitserlaubnis der deutschen Behörden“, so der BGL.

Der Ausweg geht additionally über Polen. Und um dort arbeiten zu können, brauchen sie laut einem Bericht des „Handelsblatt“ ein Visum, das sie regelmäßig erneuern müssen. Um es allerdings zu erneuern, müssten sie in die Ukraine zurück. Viele Fahrer würden aber vor der Rückkehr in das Land zurückschrecken, weil sie befürchteten, in die Armee eingezogen zu werden, so das „Handelsblatt“. Seit Anfang des Krieges ist in der Ukraine die allgemeine Mobilmachung von Präsident Wolodymyr Selenskyj angeordnet. Heißt: Männer zwischen 18 und 60, additionally im wehrfähigen Alter, dürfen das Land nicht verlassen.

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Zusätzlich zum Fahrermangel belasten die hohen Dieselpreise die Transportunternehmen. Bei 2,08 Euro liegt er derzeit laut dem Portal „Benzinpreis Aktuell“ in Deutschland. Zum Vergleich: Am 23. Februar, additionally einen Tag vor Kriegsbeginn, lag der Diesel noch bei 1,66 Euro professional Liter. Der BGL sieht durch die „aktuelle Preisexplosion bei den Kraftstoffen“ die Existenzen im mittelständischen Transport- und Logistikgewerbe gefährdet. „Die Unternehmer stehen unmittelbar vor der Aufgabe ihrer Geschäfte.“ Die Frage ist additionally nicht, ob, sondern wie lange die Unternehmen noch durchhalten werden.



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