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LKW-Unternehmer: Sorgen vor Lieferengpässen weil die Fahrer fehlen


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image alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski

Michael Lange ist Geschäftsführer eines Transport-Unternehmens mit 20 LKW. In diesem Jahr schrieb er bisher nur rote, Zahlen, da ihm die hohen Dieselpreise stark zusetzen.

Jeden Monat zahle Lange 20.000 Euro mehr für Diesel, als vor dem Ukraine-Krieg.

Erschwerend hinzu kommt der Personalmangel, der sich durch den Krieg noch verschärft hat. Lange befürchtet ernsthafte Versorgungslücken in Deutschland durch den Ausfall der Fahrer.

Michael Lange kennt sich aus, wenn es um die Transportbranche in Deutschland geht. Immerhin ist er seit knapp zehn Jahren als Geschäftsführer darin tätig. Sein Unternehmen, die Transport Pack und Logistik GmbH (TPL) mit Sitz in Frankfurt an der Oder, hat laut eigener Aussage 20 LKW im Fuhrpark. Die TPL hat Aufträge von Kunden in der Area sowie in ganz Deutschland. Zu den transportieren Produkten zählen laut Eigenaussage beispielsweise Nudeln oder Äpfel. Im Jahr 2020 perception sich der Gewinn auf knapp 38.000 Euro – nicht gerade viel für ein Unternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitenden. Und dennoch warfare das Jahr 2020 noch vergleichsweise intestine.

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„Ich muss ganz ehrlich sagen: In den ersten drei Monaten diesen Jahres haben wir keine schwarzen Zahlen geschrieben“, sagt Michael Lange im Gespräch mit Enterprise Insider. „Wir haben unser Eigenkapital regelrecht aufgefressen“. Damit meint er die Rücklagen, die sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. An denen habe das Unternehmen aber schon während der Corona-Pandemie „geknabbert“, sagt Lange.

Spritkosten schlagen auf die Bilanz

Grund für die roten Zahlen auf der Bilanz sind die zuletzt stark gestiegenen Spritkosten. Zum Vergleich: Einen Tag vor Kriegsbeginn, am 23. Februar, lag der Diesel noch bei 1,66 Euro professional Liter. Heute liegt er laut dem Vergleichsportal „Benzinpreis Aktuell“ bei 1,94 Euro. In den vergangenen Wochen warfare der Literpreis sogar noch höher. Zeitweise kostete er mehr als zwei Euro.

35.000 Liter würden die Fahrzeuge des Unternehmens monatlich tanken. „Bei einer so drastischen Steigerung des Dieselpreises kann man sich die Mehrkosten vorstellen“, sagt Lange und überschlägt die Kosten mit dem aktuellen Diesel-Preis in seinem Taschenrechner. Das Ergebnis: 20.000 Euro zahle TPL jeden Monat mehr – allein für die Tankfüllungen. Hinzu kämen noch „gewaltige“ Kosten beispielsweise für das Heizen oder den Strom. Auch diese sind zuletzt massiv gestiegen.

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Abhilfe für die hohen Dieselpreise schafft auf dem Papier zumindest ein sogenannter „Diesel Floater“. Das ist ein variabler Zuschlag, der sich an die Preisentwicklung des Kraftstoffes automatisch anpasst und den die Auftraggeber, additionally die Kunden, zahlen. Mit einigen wichtigen Auftraggebern hätte TPL schon vor dem Krieg solche Diesel Floater verhandelt. Andere wiederum würden jede Woche neu verhandeln wollen, so Lange. Es blieben aber immer zusätzliche Kosten bei TPL hängen, „die uns natürlich wehtun“. Er müsse sich eingestehen, dass von der sowieso schon „unfassbar kleinen Gewinnmarge“ von 0,5 bis 1,7 Prozent noch weniger übrig bleibe.

Kunden, die nicht verhandeln wollen, muss er kündigen

Bei Kunden, die nicht mit sich reden lassen wollen, zieht Lange mittlerweile die Reissleine: „Wer mit uns nicht verhandelt, den können wir nicht mehr bedienen, selbst wenn wir wollten.“ Um zusätzlich Kosten einzusparen, habe das Unternehmen außerdem bereits Fahrzeuge verkauft und sich aus Geschäftsbereichen, in denen die Kunden nicht mitziehen wollten, zurückgezogen.

Erschwerend hinzu kommt die Personalsituation. Allein in Deutschland fehlen derzeit laut Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) zwischen 60.000 und 80.000 LKW-Fahrer. Und das, obwohl der Anteil von LKW an der insgesamt erbrachten Transportleistung im Güterverkehr sich laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2021 auf rund 72 Prozent perception.

Die Personalkosten seien schon immer eine der größten Kosten gewesen, sagt Lange. Jetzt aber würden die gestiegenen Spritpreise und die Inflation auch die Fahrer belasten. „Sei es bei der Anfahrt mit dem Privatauto zu unseren LKW oder aber zuhause die Heizkosten oder beim Einkaufen. Die Kosten explodieren gerade zu.“ Das Resultat: Sie fordern mehr Geld.

Mitarbeiter gehen lieber in die Arbeitslosigkeit als weiter zu arbeiten

Lange befindet sich damit in einer Zwickmühle. Er wisse, dass er eigentlich die Löhne erhöhen müsse. Die Rücklagen seien aber endlich und man könne nicht bei allen den Lohn anheben. „Die bittere Konsequenz ist, dass Fahrer, die kurz vor der Rente stehen, lieber noch ein, zwei Jahre in die Arbeitslosigkeit gehen, als bei uns weiterzuarbeiten. Es rechnet sich für sie nicht mehr.“

Der Unternehmer hat deshalb Angst. Angst, dass in der Branche bald so viele Fahrer fehlen und „in Deutschland Versorgungslücken entstehen.“ In seiner Area seien bereits Tankstellen nicht beliefert worden. Nicht etwa, weil der Treibstoff gefehlt habe, sondern weil niemand die Tankstellen beliefern habe können. „So eine angespannte Scenario habe ich meiner Zeit in der Branche noch nie erlebt.“



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