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Macron und Le Pen ziehen in die Stichwahl



Paris Bei der französischen Präsidentschaftswahl liegen der amtierende Staatschef Emmanuel Macron und die Rechte Marine Le Pen im ersten Durchgang laut Hochrechnungen vorn. Wie die Sender France 2 und TF1 am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale berichteten, ziehen der Liberale und seine Konkurrentin vom Rassemblement Nationwide in die Stichwahl am 24. April.

Macron lag laut TF1 mit 28,6 Prozent deutlich vor Le Pen mit 24,4 Prozent. Die Hochrechnung von France 2 sah Macron bei 28,1 Prozent vor Le Pen mit 23,3 Prozent. Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon erreichte laut den Sendern intestine 20 Prozent, der Rechtsextreme Éric Zemmour etwa sieben Prozent.

Die einstigen Volksparteien in Frankreich, die Sozialisten und die Konservativen, erlitten historische Niederlagen. Nach den Hochrechnungen der Sender France 2 und TF1 kam die bürgerlich-konservative Partei Les Républicains mit Spitzenkandidatin Valérie Pécresse auf nur 4,6 bis fünf Prozent der Stimmen. Die Sozialisten, die von 2012 bis 2017 mit François Hollande noch den Präsidenten stellten, stürzten demnach auf 1,9 bis 2,1 Prozent ab.

Auch wenn viele Franzosen unzufrieden mit Macrons erster Amtszeit waren und er im Wahlkampf nicht begeisterte, profitierte der 44-Jährige von der Schwäche anderer Kandidaten und Wünschen nach Stabilität angesichts des Ukrainekrieges.

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Die rechte Populistin Le Pen versuchte dagegen, mit gemäßigteren Tönen als früher zu punkten, und inszenierte sich zugleich als Anwältin derjenigen, die unter der Inflation und steigenden Preisen für Strom, Sprit und Lebensmittel leiden. Die anderen Kandidaten spielten im Wahlkampf eine deutlich geringere Rolle.

Le Pen: „Ich werde Frankreich in fünf Jahren in Ordnung bringen“

Macron und Le Pen treten nun am 24. April gegeneinander an – eine Wiederauflage des Stichwahl-Duells von 2017, in dem Le Pen Macron letztlich klar unterlag. Umfragen sagen für dieses Mal aber einen deutlich knapperen Ausgang vorher.

Le Pen sagte am Abend in Paris, dass sich für die Stichwahl „zwei entgegengesetzte Visionen der Zukunft“ durchgesetzt hätten. Sie vertrete „die soziale Gerechtigkeit rund um das jahrtausendealte Konzept von Nation und Volk“. Sie werde die nationale Unabhängigkeit und die Möglichkeit der einfachen Franzosen sicherstellen, für sich selber zu entscheiden. „Ich werde Frankreich in fünf Jahren in Ordnung bringen“, meinte sie.

„Was am 24. April auf dem Spiel steht, ist keine Wahl der Umstände, sondern eine Entscheidung für die Gesellschaft, eine Entscheidung für die Zivilisation“, sagte die 53-Jährige. „Von Ihrer Stimme hängt ab, welchen Platz wir den Menschen gegenüber der Macht des Geldes einräumen wollen.“

Der extrem rechte Publizist Zemmour ruft nach Worten seiner Unterstützerin Marion Maréchal zur Wahl von Le Pen in der zweiten Runde auf. Das habe einen einfachen Grund, sagte Le Pens Nichte Maréchal am Sonntagabend im Sender TF1: „Emmanuel Macron ist der Hauptgegner. Er ist der Präsident der massiven Einwanderung, der Präsident der Unsicherheit, der Präsident der Deindustrialisierung.“ Es gebe additionally keinen Anlass zu zweifeln, wem die Wähler im zweiten Wahldurchgang ihre Stimme geben sollten.

Ein Sieg Le Pens hätte große Folgen für Europa

Die gescheitere konservative Kandidatin Pécresse ruft hingegen zur Wahl Macrons auf. Sollte Le Pen an die Macht kommen, drohten „desaströse Folgen für das Land und für folgende Generationen“. Frankreich würde dann von der europäischen und internationalen Bühne weggewischt, sagte die 54-jährige Kandidatin der Républicains.

Le Pen stellt die seit Jahrzehnten enge Zusammenarbeit mit Berlin infrage und strebt eher nach einer Kooperation mit Euro-Skeptikern. In der Europäischen Union könnte Frankreich unter ihr vom Treiber zum Bremser werden, ganz anders als unter dem proeuropäisch engagierten Macron. In der eskalierenden Krise zwischen dem Westen und Russland befürchten Europa und die USA mit ihr ein Bröckeln der festen Professional-Ukraine-Entrance.

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Le Pen tritt bereits zum dritten Mal an. Die langjährige Politikerin, die ihren Vater in der Parteiführung des Rassemblement Nationwide (früher: Entrance Nationwide) beerbte, setzt sich unter anderem dafür ein, Einwanderung und Sozialleistungen für Ausländer einzuschränken. Macron, der im Wahlkampf auf wirtschaftlichen Fortschritt setzte, hatte 2017 mit seiner Bewegung La République en Marche den Einzug in den Élyséepalast geschafft.

Damals ein eher linker Kandidat, vertritt er mittlerweile verstärkt liberal-konservative Themen. Bevor er Präsident wurde, arbeitete er als Investmentbanker, beriet den sozialistischen Präsidenten François Hollande und warfare unter diesem von 2014 bis 2016 Wirtschaftsminister.

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