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Marie von den Benken über Germany’s next Topmodel


Diese Woche eröffnet Heidi Klum ihr „Telekolleg: Laufsteg“ euphorisierter als ein volltrunkener Eintracht-Frankfurt-Fan auf der Gästetribüne im Camp Nou, nämlich ausgelassen singend und tanzend. Der textsicher vorgetragener Karaoke-Ausflug „Wer hat an der Uhr gedreht“ offenbart: Es ist kein Zufall, dass Klums Stimme für den Titelsong „Chai Tea with Heidi“ häufiger verändert wurde als der Beziehungsstatus von Mats Hummels. Die ansonsten garantiert gesangsfreie Butterfahrt ins Modelglück startet in Kalenderwoche 15 ausnahmsweise antizyklisch. Während Anita, die Laufsteg-Ikone aus der Trend-Metropole Neustadt an der Donau, im Mannequin-Shuttle noch davon träumt, es wäre endlich Zeit für das Male-Taking pictures, hat Heidi Klum bereits ganz tief in die Überraschungskiste gegriffen. Den traditionell zum Finale einer jeden Woche stattfindenden Stroll absolvieren ihre Laufsteg-Elevinnen heute bereits als Intro. Überraschender wäre im Prinzip nur noch gewesen, wenn ProSieben Alexander Klaws als Jesus verkleidet an einer Essener Pommesbude die Ardour Christi hätte nachspielen lassen. Umringt von seinen weiblichen Jüngern Juliana, Lena, Lieselotte, Martina, Luca, Amaya, Vanessa, Lou-Anne, Sophie, Vivien und Leni Klum. So viel Variety scheint dann aber doch zu viel. Außerdem ist der einzige Jesus in Klums Leben Tom Kaulitz.

It Musk Have Been Love

Als Gastjurorin fungiert heute das über 70 Jahre alte Mannequin Maye Musk, die Großmutter von „X AE A-XII“. Die meisten Mädchen sind irritiert. Als Stargäste hatten sie GNTM-Inventar wie Toni Garrn oder Alessandra Ambrosio erwartet, oder wenigstens Wolfgang Joop. Maye Musk kennt kaum jemand. So kann nicht mal Sophie ausrasten und verkünden, mit dem Kennenlernen von Maye Musk würde einer ihrer größten Träume wahr. Lediglich Martina ist die Mutter von Elon Musk ein Begriff. Sie outet sich als Fangirl und beteuert, bereits ihr Buch gelesen zu haben. Bevor jetzt echauffiert die Kommentarspalten malträtiert werden: Ja, Fashions können schreiben. Sogar Heidi Klum, der Affected person Zero der Topmodel-Formate, hat bereits einen Bestseller verfasst. Er heißt „Natürlich erfolgreich“, weil Klum, naja, halt sehr natürlich ist und auf jeden Fall erfolgreich. Die am häufigsten mit „hilfreich“ bewertete Rezension zu Klums Buch lautet übrigens „Zu viele Bilder und quick kein Textual content“ – was im Grunde ein viel besserer Identify für ihre Biografie gewesen wäre.

Martina und Lou-Anne tragen eine Tweed-Jacke im Crop-Style.


Martina und Lou-Anne tragen eine Tweed-Jacke im Crop-Fashion.
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Bild: ProSieben/Sven Doornkaat


Egal. Zurück ins wilde Modelleben. Musk instruiert die davon mittelmäßig begeisterten Schülerinnen der Modelhochschule Klum, sie würden heute den Catwalk als optische Zwillinge entlangschreiten. Additionally auch physisch, nämlich an Haaren oder Outfits zusammen getackert. Das verlangt Teamwork, Vertrauen und Synchronität. Ursprünglich warfare geplant, als Überraschungsgäste Cathy Hummels und Céline Bethmann den Twin-Stroll beispielhaft präsentieren zu lassen. Aus aktuellem Anlass wird diese Idee aber kurzfristig verworfen.

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Selbstverständlich vollkommen zufällig hat der Pärchen-Beauftragte von ProSieben für diesen Stroll im Doppel Zweierteams aus genau den Mädchen zusammengestellt, die am wenigsten miteinander anfangen können. Vivian und Noëlla etwa verbindet eine Innigkeit, gegen die Sylvie Meis und Sabia Boulahrouz Blutsschwestern sind. Auch bei Lieselotte und Sophie pendelt sich das Begeisterungs-Degree knapp unterhalb einer Teilnahme bei „Bare Attraction“ ein. Finest-Ager Lieselotte krönt den Doppelauftritt mit der Aussage: „Wir sind jetzt zwangsverheiratet oder wie siamesische Zwillinge“. Cancel Tradition Grand Slam für Lieselotte: Sie schafft es, sich in nur einem Satz rassistisch zu äußern und gleichzeitig Menschen mit Behinderungen zu diskriminieren und marginalisierten.

Wer Marc denn Cain Trend?

Zum Glück ist Klum in Ratgeber-Laune und überspielt diesen unsäglichen Second mit einem reichhaltigen Repertoire an Insider-Tipps wie diesem: „Das Gesicht muss immer Mannequin sein“. Ein zutreffender Hinweis. Wenn beispielsweise nur der Fuß Mannequin ist, reicht das selten für eine Weltkarriere. Für Luca, Martina, Sophie, Juliana und Amaya allerdings reicht es zumindest schon mal für Marc Cain. Das Modelabel aus Bodelshausen lädt das Quintett zum Casting für ihre Runway Present auf der Trend Week ein. Bodelshausen gilt als das Paris der hochwertigen Strickware, weswegen selbst Sophies hemmungsloser Glücksrausch umgehend von einer budgetrelevanten Selbsteinschätzung ausgebremst wird: „Ich weiß nicht, ob ich diesen Costly Look habe“. Eine Bewertung, mit der sie nicht falsch liegt. Wer wie ich die Freude hatte, vor einigen Wochen in Berlin Teil der Marc Cain Present zu sein, der weiß bereits vor allen anderen: Martina hat das Rennen gemacht.



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