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Maybrit Illner: Lindner kontert Stichelei von neuer DGB-Chefin Fahimi


Was für ein Tag, eigentlich. Deutschland kann sich über mehr Geld freuen. 40,6 Milliarden Steuereinnahmen zusätzlich sind vorhergesagt – gute Nachrichten in schlechten Zeiten! Schwierige Nachrichten für den Finanzminister, ausgerechnet. Plötzlich muss sich Christian Lindner gegen noch mehr Begehrlichkeiten zur Wehr setzen – hier Krieg, dort Krise, da fehlt die Kohle. Bei „Maybrit Illner“ haben die Begehrlichkeiten einen Namen: Yasmin Fahimi hat man ihm als Gegenspielerin in den ZDF-Speak am Donnerstag eingeladen. Und der neuen DGB-Chefin geht der Ruf voraus, außerordentlich hart zu sein in ihren Forderungen.

Groß blendet das ZDF das Wort „arm“ bei „Maybrit Illner“ ein

Der Speak beginnt mit Zahlen. Sechs Prozent mehr für Lebensmittel und 107 Prozent mehr für Heizöl addieren sich mit all den anderen Preissteigerungen auf 7,4 Prozent mehr Inflation. Groß blendet das ZDF das Wort „arm“ ein. Von einem „dramatischen Intro“ spricht Karl Haeusgen, der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Und er verweist auch auf gute Chancen, die entstanden seien. Der Industrievertreter bemüht sich um Beruhigung. „Wir sind in einer sehr, sehr herausfordernden Lage“, sagt dagegen die Wirtschaftsweise Veronika Grimm und warnt vor einer Lohn-Preis-Spirale.

„Das werden wir nicht mitmachen“, warnt die DGB-Chefin im ZDF

„Die Inflation austragen zu wollen auf dem Rücken der Beschäftigten, werden wir nicht mitmachen“, stellt DGB-Chefin Fahimi sehr schnell klar. „Der Staat darf nicht wie ein kleiner Kämmerer daherkommen.“ Ist Christian Linder dieser Erbsenzähler? „Ich fühle mich nicht angesprochen“, betont der Finanzminister sehr schnell. Und erinnert an die Voraussetzung dafür, Krieg und Krisen zu meistern: „Unsere Stärke ist die wirtschaftliche Substanz Deutschlands!“

Plötzlich spricht die Moderatorin den Finanzminister als „Herr Habeck“ an. Lindner nimmt das gelassen: „Die ganze Liste der Verbote musste zu dieser Ansprache führen“, scherzt er über den Fehler. Um dann aber gleich sehr ernst zu werden. „Die Leute merken schon, was los ist – ich will sie nicht in ihren Ängsten bestärken. Es gibt Chancen für neuen Wohlstand. Arm werden wir, wenn wir uns in der veränderten Lage nicht selbst prüfen.“

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Lindner kontert Fahimi-Spitze: „Ich mach‘ das beruflich…“

Chancen? Die Gewerkschaftschefin sieht die Risiken, „dass nur die Armen ärmer werden“. Und Fahimi verweist darauf, dass „kleine Einkommen in diesem Jahr eine sehr viel höhere Belastung haben“. „Helfen Gehaltserhöhungen?“, will Illner wissen. „Selbstverständlich braucht es Lohnerhöhungen“, gesteht Industrievertreter Haeusgen zu. „Es ist natürlich so, dass die Reallohnverluste kompensiert werden müssen“, sagt auch Wirtschaftsweise Grimm.

Die Einigkeit im ZDF-Donnerstagstalk bleibt ein Zwischenhoch. Gewerkschaftsvertreterin und Finanzminister geraten sich am Ende doch noch in die Haare. „Steuerbelastung im Vergleich ist in Deutschland insgesamt gar nicht so hoch“, doziert Fahimi. Und das sieht FDP-Mann Linder ganz anders. Und beharrt darauf: „Ich mach‘ das beruflich, ich weiß das.“





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