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Ökonomen fordern strikte Reaktion der Fed


James Bullard

Die nächste Fed-Sitzung ist am 3. und 4. Mai. Womöglich hebt die Notenbank den Leitzins gleich um einen halben Prozentpunkt an.



(Foto: Reuters)

Düsseldorf Angesichts des starken Preisdrucks in den USA sprechen sich immer mehr Ökonomen für eine deutliche Reaktion der Fed bei ihrer nächsten Sitzung aus. James Bullard, Chef der regionalen Fed St. Louis, bekräftigte am Dienstag erneut seine Forderung nach einem aggressiveren Kampf gegen die hohe Inflation.

Der Gedanke, eine reasonable Anhebung der Zinsen könne den Preisdruck dämpfen, sei „Fantasie“, erklärte Bullard in einem Interview mit der „Monetary Occasions“. Vielmehr sei ein Zinsniveau notwendig, das die Konjunktur einschränke.

Im März sind die Verbraucherpreise in den USA um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Das ist das größte Plus seit 1981. Das Preisniveau legte auf breiter Foundation zu. Unter anderem Energie und Lebensmittel verteuerten sich deutlich. Die Kerninflationsrate, die diese schwankungsanfälligen Preise ausklammert, lag bei 6,4 Prozent.

Die jüngsten Daten würden bekräftigen, dass die Fed dringend handeln und die Zinsen anheben müsse, sagte Bullard. Die Notenbank müsse die Komponenten der Inflation bekämpfen, die die Preise hartnäckig treiben. Deshalb sei es notwendig, den Zins stärker anzuheben als in den „neutralen Bereich“ – additionally auf ein Niveau, bei dem die Zinsen die Wirtschaft weder antreiben noch bremsen.

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Der Chef der Fed St. Louis gilt derzeit als einer der größten „Falken“, additionally als Befürworter einer straffen Geldpolitik. Zuletzt erklärte er, dass die Fed die Zinsen sogar in einem optimistischen Szenario bis auf 3,5 Prozent anheben müsse. Bullard ist einer der fünf regionalen Präsidenten, die derzeit im Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) sitzen, der die wesentlichen geldpolitischen Entscheidungen trifft.

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Die nächste Fed-Sitzung findet am 3. und 4. Mai statt. Neue Prognosen zur Zins- und Arbeitsmarktentwicklung legt die Notenbank bei ihrem übernächsten Treffen im Juni vor. Experten halten es für durchaus möglich, dass die Fed den Leitzins bei den nächsten beiden Sitzungen um jeweils einen halben Prozentpunkt anhebt. Das zeigt zumindest eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Ökonomen. Bei ihrer vergangenen Sitzung im März hat die Fed die Wende vollzogen und die Zinsen auf ein Niveau von 0,25 bis 0,50 Prozent angehoben. Ein solcher Schritt von einem viertel Prozentpunkt gilt als üblich.

Thomas Barkin, Chef der regionalen Fed von Richmond, äußerte sich etwas zurückhaltender. Er fordert zunächst eine schnelle Anhebung der Zinsen in den neutralen Bereich. Dieser soll laut aktuellen Fed-Daten bei etwas über zwei Prozent liegen. Wenn dieses Niveau erreicht sei, solle die Fed „testen, ob der Inflationsdruck der Pandemie-Ära nachlässt und wie beständig die Inflation geworden ist“, erklärte Barkin auf einer Veranstaltung der New York College. „Wenn nötig, können wir noch weiter gehen.“

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Fed-Direktorin Lael Brainard betonte auf einem On-line-Summit des „Wall Avenue Journal“, die Zentralbank könne den Preisdruck schwächen, ohne Konjunktur und Arbeitsmarkt nachhaltig zu belasten. Auch sie erklärte, das neutrale Zinsniveau „zügig“ erreichen zu wollen.

Parallel zu einer Anhebung der Zinsen solle auch die auf zuletzt knapp neun Billionen Greenback angeschwollene Fed-Bilanz reduziert werden. Das würde bedeuten, dass die Notenbank nicht mehr alle auslaufenden Anleihen aus ihrem Bestand ersetzt.

Hier ist vor allem das Tempo des Abbaus interessant. Eine Entscheidung darüber könne auf der Maisitzung fallen, sagte Brainard, sodass der Abbau der Bilanz im Juni beginnen könnte.

Mehr: Inflationsrate in den USA klettert auf 8,5 Prozent – Höchster Stand seit über 40 Jahren



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