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Online-Arztbesuch: Neue Umfrage zeigt: Videosprechstunden beim Arzt gewinnen immer mehr an Beliebtheit | Nachricht


Die Videosprechstunde wird immer beliebter


Die Corona-Pandemie gilt zwar in weiten Teilen als berstanden, doch die Nachwirkungen zeigen sich noch immer in den verschiedensten Bereichen des tglichen Lebens. So zum Beispiel auch beim Arztbesuch: Laut der im Mrz 2022 durch den Branchenverband Bitkom in Auftrag gegebenen reprsentativen Befragung, an der 1.003 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren teilgenommen haben, gaben 18 Prozent der Befragten an, bereits eine Videosprechstunde bei einem Arzt oder Psychotherapeuten in Anspruch genommen zu haben. Dies stellt einen Zuwachs von mehr als vier Prozent gegenber 2021 dar und beweist die immer weiter wachsende Beliebtheit von Online-Arztbesuchen.


Auch im Detail zeigt die Befragung, wie sehr sich immer mehr Menschen fr die Videosprechstunde beim Arzt erwrmen. So sagten zum Beispiel 71 Prozent der Befragten, die bereits an einer Online-Sprechstunde teilgenommen haben, dass ihre Erfahrungen “berwiegend positiv” waren. Ganze zwei Drittel gaben sogar an, dass sie die Behandlung per Video als genauso gut wie die traditionelle, persnliche Sprechstunde empfanden. 79 Prozent wnschten sich ein noch greres Angebot an Videosprechstunden.


Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschftsfhrer von Bitkom, ordnet die Ergebnisse der Umfrage folgendermaen ein: “Gerade wenn es um eine einfache Nachkontrolle, das Einholen einer Zweitmeinung oder eine reine Informations-Sprechstunde geht, erleichtert die Online-Sprechstunde den Alltag fr Arzt und Patient enorm.” Weiter erklrt Dr. Rohleder: “Patienten werden die Hemmungen vor dem Gang in die Praxis genommen und auch der Arzt hat Vorteile: Er reduziert den Andrang im Wartezimmer und kann die Online-Sprechstunde flexibler handhaben als Termine in der Praxis.”


60 Prozent der Internetnutzer wissen bei Videosprechstunden den Umstand zu schtzen, dass das Problem des Zugangs zu rumlich weit entfernten rzten, wie zum Beispiel speziellen Fachrzten, komplett entfllt. 58 Prozent sehen in dem vollstndigen Ausbleiben der Wartezeit in der Praxis einen groen Vorteil. Der Wegfall des Ansteckungsrisikos durch physischen Kontakt ist fr 41 Prozent ein wichtiger Grund, die Videosprechstunde vorzuziehen.

2018 wurde das gesetzliche Verbot aufgehoben


Im Mai 2018 wurde die rechtliche Blockade fr Videosprechstunden entfernt, als der Deutsche rztetag mit groer Mehrheit fr die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots stimmte. Wie heise online berichtet, drfen Patienten und Patientinnen seitdem auch online krankgeschrieben werden und knnen eine (elektronische) Arbeitsunfhigkeitsbescheinigung erhalten, die fr bis zu sieben Tage gelten kann, sofern der Arzt den betreffenden Patienten kennt. Ansonsten liegt die lngste mgliche Geltungsdauer bei drei Tagen.


Vor der Aufhebung des Verbots war es rzten nur dann erlaubt, Patienten aus der Ferne zu behandeln, wenn bereits Erstkontakt stattgefunden hatte. Die beiden Hauptkritikpunkte bei der reinen Online-Behandlung sind der Datenschutz und die Qualitt der Behandlung. Zur Gewhrleistung des Datenschutzes sind fr den Einsatz bei Fernsprechstunden lediglich Anwendungen zertifizierter Videodienstanbieter zugelassen.

Die Pandemie wirkte als starker Katalysator


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie waren zweifellos ein treibender Faktor bei der voranschreitenden Entwicklung der Online-Kultur im deutschen Medizinwesen. Im Zeitraum zwischen Mrz 2020 und Mrz 2022 war es rzten und Psychotherapeuten ohne jegliche Beschrnkungen mglich, Fernsprechstunden durchzufhren und vergtet zu werden. Nun drfen seit April 2022 zwar nur noch 30 Prozent der Sprechstunden als Fernsprechstunden abgerechnet werden, was jedoch im Vergleich zu den 20 Prozent, die es noch vor der Krise waren, eine deutliche Erhhung darstellt. Die gesetzliche Grundlage fr die Anhebung ist heise online zufolge das im Juni 2021 auf den Weg gebrachte “Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege” (DVPMG).


Abgesehen davon konnten Patienten und Patientinnen whrend der Zeit der Pandemie auch Heilmittelbehandlungen wie Krankengymnastik oder Atemtherapie ber einen Videotermin in Anspruch nehmen. Zu der Zeit noch eine Sonderregelung, wurden diese sowie weitere auerordentliche Regelungen inzwischen durch den G-BA in die Regelversorgung berfhrt. Ob und inwieweit die Mglichkeiten fr Online-Arztbesuche in Deutschland noch weiter ausgebaut werden, bleibt abzuwarten.


Thomas Weschle / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Fernando Madeira / Shutterstock.com



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