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Russische Großbank VTB verliert Kontrolle über Europatochter


Das Emblem der russischen VTB Financial institution

Das neue Sanktionspaket der EU trifft auch das zweitgrößte russische Geldhaus.



(Foto: Reuters)

Frankfurt Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat der russischen Großbank VTB die Ausübung ihrer Stimmrechte bei der Tochter VTB Financial institution Europe untersagt. Damit hat die Muttergesellschaft aus Sankt Petersburg die Kontrolle über ihre Tochtergesellschaft verloren.

Die Maßnahme sei die Konsequenz aus dem fünften Sanktionspaket der EU gegen Russland, das im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine gerade verhängt wurde, teilte die Bafin am Sonntag mit. Am Samstag hatte die EU ihre neuen Strafmaßnahmen gegen Russland verabschiedet. Dazu gehört auch ein vollständiges Transaktionsverbot zulasten vier wichtiger russischer Banken, zu denen das zweitgrößte Geldhaus des Landes, die VTB, zählt.

Die VTB Financial institution Europe mit Sitz in Frankfurt dürfe nun keine Weisungen der Muttergesellschaft mehr befolgen, so die Bafin. Vor Wochen hatte die Aufsicht bereits ein Verbot erlassen, Zahlungen oder Vermögensverschiebungen zugunsten der russischen Mutter vorzunehmen. Die Tochter sei damit nun vollständig abgeschirmt, betonen die Aufseher.

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Die operative Geschäftslage der VTB Financial institution Europe sei grundsätzlich unverändert, die Vermögens- und Liquiditätslage weiterhin geordnet, heißt es in der Bafin-Mitteilung. „Einleger können weiterhin frei über ihr Geld verfügen, und Schuldner können ihre Kredite mit Zins und Tilgung bedienen. Auch andere Gläubiger der Financial institution dürfen – soweit sie nicht selbst sanktioniert sind – entsprechend bedient werden und Zahlungen der Financial institution entgegennehmen.“ Andere Banken, Dienstleister und Mitarbeiter dürfen unverändert für die VTB Financial institution Europe tätig sein.

Die Bafin und die Bundesbank haben Sonderbeauftragte in das Institut entsandt, die die „Rückführung der Geschäftstätigkeit“ beaufsichtigen sollen. Die Europatochter der VTB befindet sich seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Ausnahmezustand. Vier von fünf Vorständen haben das Geldhaus inzwischen verlassen. Einzig verbleibendes Vorstandsmitglied battle Stand Anfang April Finanzchef Miro Zadro.

Kundeneinlagen dürften gesunken sein

Die VTB Europe hat vor allem bei deutschen Privatanlegern viel Geld eingesammelt. Ende September beliefen sich die Kundeneinlagen auf 4,4 Milliarden Euro. Mittlerweile dürfte diese Summe jedoch deutlich gesunken sein. Die Europatochter des größten russischen Geldhauses Sberbank hat die Europäische Zentralbank nach Ausbruch des Ukrainekriegs als „ausfallend oder wahrscheinlich ausfallend“ eingestuft und geschlossen.

Dieses Schicksal blieb der VTB Financial institution Europe erspart. Nach Informationen des Handelsblatts hat die Finanzaufsicht nach einer Sonderprüfung Ende Februar beschlossen, dass das Institut weiterbestehen darf. „Sollte sich die Scenario der Financial institution ändern, wird die Bafin zeitnah mit entsprechenden Maßnahmen reagieren“, heißt es in der Mitteilung der Aufsicht vom Sonntag.

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