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Stoppt diesen Krieg, ihr führt ihn nicht in unserem Namen!


Mehr als 17.000 russische Kulturschaffende fordern in einem Offenen Brief den Rückzug der Russen aus der Ukraine. Die Künstler, Kuratoren, Architekten, Kritiker, Kunsthistoriker und Kunstmanager positionieren sich damit klar gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sie schreiben: „Der Vorwand, unter dem der Einsatz der ‚Spezialoperation‘ stattfand, wurde vollständig von Vertretern der russischen Behörden konstruiert, und wir sind dagegen, dass dieser Krieg in unserem Namen geführt wird.“

Die Unterzeichner fordern ein Ende des Kriegs sowie Verhandlungen zwischen beiden Staaten „auf einer respektvollen und gleichberechtigten Basis“.

Die Kulturschaffenden weisen darauf hin, dass sich Familie, Freunde und Kollegen in dem angegriffenen „souveränen und unabhängigen Staat“ befänden. Sie schreiben: „Der Krieg in der Ukraine ist sowohl für Ukrainer als auch für Russen eine schreckliche Tragödie.“ Überdies erachte man jedwede „Friedenserzwingung“ durch Gewalt für „absurd“.

Die Künstler weisen darauf hin, dass der Krieg auch erhebliche Auswirkungen auf den russischen Kultursektor haben wird. „Alles, was in den vergangenen 30 Jahren kulturell geleistet wurde, steht nun auf dem Spiel“, so die Unterzeichner. Unter den derzeitigen Voraussetzungen werde es kaum möglich sein, sich mit Kultur und Kunst zu beschäftigen. Man sage entschieden: „Nein, zum Krieg!“

Auch auf anderen Wegen äußern sich russische Künstler kremlkritisch und die Invasion ablehnend. So hat jüngst der russisch-österreichische Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, erklärt, Putins „heimtückischer“ Angriff auf die Ukraine sei „ein Messer in den Rücken der gesamten friedlichen Welt“. Die in Berlin lebende Flötistin und Komponistin Natalia Pschenitschnikova wird im Musikmagazin Van noch deutlicher: „Russische Kriegsschiffe, fickt euch!“

Der Pianist Alexander Melnikov indes sprach schon am Abend nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor Publikum in Bochum vom „schlimmsten Morgen“ seines Lebens. Wie das Nachrichtenportal Slippedisc berichtet, war Melnikov offenbar sehr wütend – „wütend auf sie (Putin oder seine Partei, Anm. der Red.), weil sie mir Schuldgefühle einflößen, weil ich Russe bin.“



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