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TV-Kolumne „Hart aber fair“: Wirtschaftsexperte warnt vor „Dekade der Inflation“


TV-Kolumne „Hart aber honest“: Wirtschaftsexpertin warnt for langfristiger Preis-Explosion: „Wir gehen in eine Dekade der Inflation!“

Dienstag, 24.05.2022, 05:00

Fehlt der Weizen, stirbt das Huhn: Ein Bäckermeister berichtet bei „Hart aber honest“, wieso der Preis für die Eier durch einen sehr speziellen Mangel in die Höhe getrieben wird. Wer aber profitiert von den Preissteigerungen, die aktuell so viele erleiden? Es sind wir alle. Eigentlich.

„Ein quick volles Studio“, freut sich Frank Plasberg an diesem Abend. Doch sind eine Woche vor Monatsende bei vielen Menschen in Deutschland die Geldbörsen und Konten leer. „Inflation“ heißt das neue Schreckgespenst. Den Vorgänger „Pandemie“ hat es schon erfolgreich vertrieben, und es rückt den Menschen so langsam näher als der Kriegsschrecken in Europa. „Wir gehen in eine Dekade der Inflation!“, sagt ARD-Börsenexpertin Anja Kohl. Das aktuelle Schreckgespenst ist gekommen, um zu bleiben. 

7,4 Prozent Inflation – nur ein Mittelwert!

7,4 Prozent beträgt die Inflationsrate aktuell. Und was macht der Staat? „Meine Empfehlung: lieber bei den direkten Steuern ansetzen, dann wissen wir, dass es bei den Menschen ankommt“, begründet FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Dürr die bevorstehende Senkung der Steuer auf Benzin und Diesel. „Die Wahrheit ist, dass das Kartellamt monatelang zugeguckt hat“, dämpft Anja Kohl die Hoffnung, dass die Steuersenkung nicht durch Preiserhöhungen in die Kassen der Konzerne umgeleitet wird. „Auf jeden Fall müssen Autofahrerinnen und Autofahrer entlastet werden“, beharrt der FDP-Mann. Doch sind die 7,4 Prozent nur ein Mittelwert.

Eierpreis verdoppelt sich

„Beim Eierpreis sind wir locker beim Doppelten“, berichtet Bäckermeister Jürgen Hinkelmann die Preissteigerungen, wie er sie erlebt. Futterweizen und Futtermais seien so teuer geworden, dass massenweise Hühner geschlachtet wurden. Auch so entsteht Mangel. „Wir werden in diesem Sommer noch einmal den Brötchenpreis um zwei Cent anheben.“ Insgesamt beobachtet Hinkelmann für Bäckereien eine Inflation von 28 oder 29 Prozent. 

Urlaub? „Nächstes Jahr wird es eng!“

Das sind die Zahlen. Was sie bedeuten? „Hart aber honest“ hat Jens Diezinger eingeladen. Mit Frau und fünf Kindern wohnt er auf 85 Quadratmetern. Auf 4000 Euro Einkommen bringt es die Familie – Vaters Gehalt als Erzieher, Mutters Teilzeit-Einkommen als pädagogische Hilfskraft, beide erarbeiten sich noch Geld in Nebenjobs. 260 Euro Mehrkosten hat Jens Diezinger – allein an Lebensmitteln, wie er berichtet. Jetzt, wenn es aufs Monatsende zugeht, versucht er, noch weniger mit dem Auto zu fahren, damit der nächste Tank erst wieder auf den Monatsersten fällt.

Weil Markenkleidung bei dem Einkommen nicht finanzierbar ist, bringt es der Pädagoge seinen Kindern bei: „Du bist wichtig, nicht das, wo du drinsteckst.“ Der Familienurlaub in Büsum ist eine Herausforderung. Täglich Eis essen mit fünf Kindern? „Dieses Jahr klappt’s noch, nächstes Jahr wird es eng.“

16 Jahre Zeit „für jede Steuerreform der Welt“

Zwei Politiker sitzen in der Diskussionsrunde bei „Hart aber honest“. FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Dürr berichtet von Energiegeld, von Kinderbonus, von der für drei Monate gesenkten Benzinsteuer. „Die Ampel entlastet kleine und mittlere Einkommen um 37 Milliarden Euro“, verspricht er. „Ein Flickwerk“, schimpft Gitta Connemann. Und die CDU-Abgeordnete und Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion klagt weiter: „Die kalte Development ist nicht neu. Der Staat muss nicht nur Inflationsgewinne zurückgeben, er muss dafür sorgen, dass Leistung sich lohnt.“

Dieses Weiterschieben des CDU-schwarzen Peters lässt ARD-Börsenfachfrau Anja Kohl so nicht durchgehen. Da sei sie doch „sehr irritiert“, sagt Kohl. Und sie geht die CDU frontal an: „Sie hatten 16 Jahre Zeit, jede Steuerreform der Welt zu machen mit der Großen Koalition.“

Intestine gemeint ist eben nicht intestine gemacht

Das ist die große Diskussion. Und der so gerne beschworene „kleine Mann“? Wie schwer es ist, dass Gutgemeintes wirklich ankommt, berichtet Jens Diezinger. Beispiel Corona. Da gab es Zusatzgeld für den Pädagogen. Dadurch hat er 138 Euro im Jahr zu viel verdient. Folge: Die Lehrmittelfreiheit für seine fünf Kinder wurde gestrichen. Anstelle eines beabsichtigen Plus hat er 900 Euro für Schulbücher bezahlt, additionally fürs Familienkommen verloren. Einfache Lösungen bleiben an diesem Abend aus. „Die Inflation kann nicht zu 100 Prozent vom Staat ersetzt werden“, sagt FDP-Mann Christian Dürr – und spricht viel von Ehrlichkeit an diesem Abend.

„Wir sitzen in einer veränderten Welt, die keiner von uns vorher so gekannt hat“, staunt Bäckermeister Hinkelmann. „Acht Prozent Lohnerhöhung“ wünscht sich Jens Diezinger. „Aber die kommen nicht an“, warnt CDU-Frau Gitta Connemann. Und was bleibt additionally als Erkenntnis? Der Staat profitiert in jedem Fall. Allein die Inflation mit ihren Preissteigerungen wird nach Prognosen zehn Milliarden Euro an Mehreinnahmen in die Staatskassen spülen, additionally im Grunde uns allen zur Verfügung stehen. Es bleibt die alte Regel: Geld geht ja nicht verloren. Es gehört dann nur einem anderen.

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