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Waffen für Ukraine: Opfert Deutschland Wehrfähigkeit der Bundeswehr?


Bundeswehr-Soldaten während eines Besuchs von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wuest in der Kaserne Augustdorf.
image alliance/Related Press/Martin Meissner

Die Bundesregierung liefert Waffen an die Ukraine, darunter Tausende Panzerfäuste und Hunderte Raketen.

Ein Großteil der Lieferungen stammt aus Beständen der Bundeswehr, die zeitnah nicht aufgefüllt werden können.

Militärexperte Carlo Masala sagt, dass die Bundesregierung die leeren Lager in Kauf nähme, um nicht weiter von der Ukraine kritisiert zu werden – und warnt vor Folgen für die Ausbildung von Soldaten an der Waffe.

Es ist eines der größten Geheimnisse derzeit in der Berliner Politik: Wie viele Waffen hat Deutschland bislang an die Ukraine geliefert? Immer wieder wurde zuletzt über „eine Liste“ berichtet, die zeigen würde, welche Ausrüstung geliefert wurde.

Tatsächlich gibt es offenbar aber various Pay attention, im Verteidigungsministerium, im Auswärtigen Amt, in der Rüstungsindustrie. Welche nun die richtige ist, wie aktuell sie sind – all das will niemand offiziell sagen. Die Regierung macht ein Staatsgeheimnis draus. Viel wichtiger als das ist aber, dass auch die Frage nicht beantwortet wird, wann das, was aus den Bundeswehr-Lagern für die Ukraine genommen wurde, wieder aufgefüllt wird. Denn inoffiziell heißt es, die Lager seien leer. Zugleich will die Bundesregierung nun aber grünes Licht geben für direkte Bestellungen der Ukraine bei der deutschen Rüstungsindustrie. Das hieße, dass auch die Lager der deutschen Waffenschmieden leer werden.

Und das lässt Sorgen aufkommen, dass die Wehrfähigkeit der Bundeswehr nun noch weiter leidet. Um diese – offiziell als materielle Einsatzbereitschaft bezeichnet – ist es nämlich ohnehin nicht sonderlich intestine bestellt.

Als Russland die Ukraine angriff, reagierte Alfons Mais, der Generalleutnant des Heeres, auf LinkedIn mit einem wütenden Put up über den Zustand der Bundeswehr. „Ich hätte in meinem 41. Dienstjahr im Frieden nicht geglaubt, noch einen Krieg erleben zu müssen. Und die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger clean da“, schrieb der Generalleutnant. „Die Optionen, die wir der Politik zur Unterstützung des Bündnisses anbieten können, sind extrem limitiert.“

Das Verteidigungsministerium sieht die Lage nicht so schlimm. In seinem aktuellsten Bericht über die Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr heißt es, 74 Prozent der Systeme seien einsatzbereit. Eine Auffassung, die viele Experten nicht teilen – darunter Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München.

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„Im letzten Bericht des Ministeriums wird die Einsatzbereitschaft zwar 74 Prozent angegeben – aber da wird nicht die Grundgesamtheit der Truppe und Ausrüstung zugrunde gelegt, sondern nur der potenziell einsatzfähige Teil“, sagt Masala. Heißt: Waffensysteme, die gerade in Wartung oder aus anderen Gründen nicht einsatzfähig sind, zählen nicht. „Die reellen Zahlen wären additionally niedriger“, sagt Masala, „das wird schöngerechnet.“

Wenn es um die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr geht, komme es zudem darauf an, über was für einen Einsatz man rede. „Was die Landes- und Bundnisverteidigung angeht, ist sie gelinde gesagt dürftig“, sagt Masala. „Wenn wir einen großflächigen Einsatz fahren müssten, etwa auf dem Baltikum, gegen Russland, dann hätten wir große Probleme, den Ansprüchen der Nato an uns zu genügen.“

Waffenlieferungen an die Ukraine könnten Bundeswehr-Ausbildung beeinträchtigen

In diese malade Scenario hinein verschickt die Bundesrepublik nun additionally Teile der Bundeswehr-Waffenbestände an die Ukraine. Das verschlechtere die Einsatzbereitschaft der deutschen Armee zwar nicht unmittelbar, glaubt Masala – aber womöglich mittelfristig.

„Bis neue Panzerfäuste oder Raketen nachkommen, könnten schon Monate ins Land gehen. Es ist ja nicht so, dass die Industrie einfach das Lagerhaus aufmacht, und man sucht sich dann die Waffensysteme aus den Regalen“, sagt der Militärexperte. Dieses Risiko der leeren Lager nehme die Bundesregierung gerade in Kauf, um an die Ukraine liefern zu können und sich keine Vorwürfe des ukrainischen Präsidenten Wlodomir Selenskij mehr anhören zu müssen.

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Die leeren Lager haben laut Masala aber Folgen. „Problematisch werden die niedrigen Bestände in der Ausbildung an der Waffe“, sagt er. „Dort könnte nun Gerät fehlen, und ohne Ausbildung am Gerät leidet wiederum die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr.“

Auch in diesem Punkt beschwichtigt das Verteidigungsministerium auf Anfrage. „Die Bundeswehr hat und wird die Ukraine auch in Zukunft bestmöglich in ihrer militärischer Ausstattung unterstützen, sofern Abgaben aus Beständen der Bundeswehr mit der eigenen Einsatzbereitschaft in Übereinstimmung zu bringen sind“, teilt eine Sprecherin mit. Den Beweis dafür – etwa in Kind einer Liste – erbringt sie nicht.

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