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Was Powell bei der Zinswende verschweigt


Jerome Powell

Der US-Notenbankchef Jerome Powell musste seine Strategie ändern.


(Foto: IMAGO/Xinhua)

Frankfurt In der Pandemie hat sich Jerome Powell als Verfechter eines starken Arbeitsmarktes positioniert. Er zögerte die Zinswende hinaus, die viele Ökonomen im vergangenen Jahr von ihm gefordert hatten. Die Inflation könne ruhig etwas heiß laufen, struggle damals sein Argument. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wollte sichergehen, dass die durch Covid verlorenen Jobs wieder zurückkommen, bevor er die Leitzinsen anhebt und damit die Wirtschaft etwas abkühlt. Er wollte so mit der Geldpolitik gerade den unteren und mittleren Einkommensschichten helfen, die von der Pandemie besonders stark betroffen waren.

Heute ist klar: Das struggle die falsche Entscheidung. Denn die Inflation stieg zunächst unter anderem aufgrund der Engpässe bei den Lieferketten deutlich schneller als gedacht. Durch die Folgen des Ukrainekrieges stiegen die Preise zusätzlich an. Zwar herrscht mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent quasi wieder Vollbeschäftigung. Doch die Inflation, die nun auf 7,9 Prozent hochgeschossen ist und weiter steigen könnte, zwingt die Fed nun zu einem unangenehmen Strategieschwenk.

Die Notenbank kündete am Mittwoch die erwartete Zinswende an und positioniert sich nun als harter Bekämpfer der Inflation. Sieben Mal könnten in diesem Jahr die Zinsen steigen, signalisierten die Geldpolitiker.

Was der Fed-Chef am Mittwoch verschwieg: Die Folgen seiner späten Kehrtwende bei der Inflation wird sehr wahrscheinlich zu höherer Arbeitslosigkeit führen. Damit würde er genau jenen schaden, denen er ursprünglich am meisten helfen wollte. Die Frage ist nun: Wie schlimm wird es? Hebt die Fed die Zinsen zu stark an und verursacht eine Rezession, wird sich das sofort deutlich am Arbeitsmarkt bemerkbar machen.

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Doch auch die Various stimmt nicht gerade positiv. Harvard-Ökonom Larry Summers erwartet eine Part der Stagflation, in der die Preise weiter hoch bleiben, aber die Wirtschaft nur noch langsam wächst. Der ehemalige Finanzminister unter US-Präsident Clinton erwartet, dass sich sowohl die Inflationsrate als auch die Arbeitslosenquote in den kommenden Jahren bei fünf Prozent einpendeln werden. Und am Ende „führen Stagflationen oft zu Rezessionen“, wie er am Mittwoch in einem Gastbeitrag in der „Washington Put up“ zu bedenken gab.

Schon jetzt leiden viele Amerikaner unter den hohen Preisen, vor allem für Benzin, Nahrungsmittel und Miete. Denn auch wenn der Arbeitsmarkt boomt und die Löhne steigen – die Preise steigen schneller.

Die Zinsen nun deutlich anzuheben und die Bilanzsumme wie geplant zu reduzieren, ist in der derzeitigen Lage der einzig richtige Weg. Doch er wird schmerzhaft sein. Powells Hoffnung: Er will die Wirtschaft abkühlen und die Inflation unter Kontrolle bringen, jedoch die Wirtschaft nicht in eine Rezession schicken. Die Notenbanker gaben sich am Mittwoch optimistisch.

Sie gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit bis zum Jahresende weiter fallen wird – auf 3,5 Prozent und dann auf diesem Niveau verharrt. Das geht aus den ökonomischen Projektionen hervor, die am Mittwoch ebenfalls veröffentlicht wurden. In der Theorie klingt das intestine, sagt Diane Swonk, Chefökonomin bei Grant Thornton. „Doch es ist in vergleichbaren Situationen noch nie gelungen.“

Mehr: Um die Inflation zu bekämpfen, hebt die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an – und kündigt weitere Schritte an. Es ist der Begin einer riskanten Mission.



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