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Weltberühmter Fotograf Achim Lippoth soll Kindermodels sexuell missbraucht haben


Ab dem 31. Mai muss sich der berühmte Kinder- und Modefotograf Achim Lippoth gegen den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Köln verteidigen. Die Staatsanwaltschaft Köln listet in ihrer Anklageschrift 17 Taten auf. Sie wirft Lippoth zwölf Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch sowie vier Fälle von sexuellem Missbrauch vor, in einem Fall geht es um den Besitz von kinderpornografischem Materials. Betroffen sollen insgesamt sechs Kinder sein. Alle sollen für ihn in der Vergangenheit als Kindermodels tätig gewesen sein. Laut Anklageschrift reichen die Taten bis ins Jahr 1999 zurück – und sollen bis in den Juni 2021 begangen worden sein. Seit mehr als neun Monaten sitzt Achim Lippoth inzwischen in Untersuchungshaft.

Auf Anfrage des ZEITmagazins will sich Achim Lippoth laut einem Schreiben seines Anwalts nicht zu den Vorwürfen äußern. In einem „Warnschreiben“ seines Medienanwalts, dass dieser dem ZEITmagazin am 15. Juli 2021 geschickt hatte und in dem es um das damals noch nicht abgeschlossene Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger geht, heißt es: „Der Vorwurf wird von unserem Mandanten bestritten.“

Lippoth: Fotos für Kampagne gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Achim Lippoth, 54, ist der wohl bekannteste und renommierteste Kinderfotograf der Gegenwart. Er fotografierte unter anderem für die New York Instances, die Vogue, den Spiegel, das Süddeutsche Zeitung Magazin und auch die ZEIT sowie das ZEITmagazin. Als Mode- und Werbefotograf arbeitete er für worldwide erfolgreiche Firmen, unter anderem Dolce & Gabbana, McDonald‘s, Zara oder Kinderschokolade. Mit seinen Bildern gewann er beim wichtigsten Werbefestival der Welt in Cannes fünf Löwen. Und gründete zudem eines der meistgefeierten Magazine für Kindermode: Kid’s Put on, das mit etlichen Branchenpreisen ausgezeichnet wurde, so etwa Lead- und ADC-Awards.

Außerdem fotografierte er auch eine Kampagne gegen sexuellen Missbrauch für die Nichtregierungsorganisation Innocence in Hazard. Der damalige Slogan: „Sexually abused youngsters are betrayed by somebody they belief.“ (Sexuell missbrauchte Kinder werden von jemandem betrogen, dem sie vertrauen.)

Anklageschrift: Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren als Opfer

Laut Anklageschrift, die das ZEITmagazin einsehen konnte, habe der worldwide tätige Kinderfotograf die Opfer, die in der Regel zwischen sieben und 13 Jahre alt waren, zunächst immer wieder fotografiert und im Laufe der Zeit für sie „die Rolle eines erwachsenen Freundes bzw. zum Teil auch eine Vaterrolle“ eingenommen. Mit den Eltern soll Lippoth sich angefreundet haben. „Im Zuge dieser freundschaftlichen Kontakte bzw. familienähnlichen Zusammenschlüsse“ habe er die Lage ausgenutzt. 

Nach Recherchen des ZEITmagazins warfare Lippoth mit den Müttern seiner zwei letzten Opfer über viele Jahre zusammen. Andere Eltern ließen ihre Kinder demnach teilweise über Wochen alleine mit Lippoth verreisen. Auf diesen Reisen haben die Opfer häufig im selben Hotelzimmer wie Lippoth geschlafen. Neben seiner Penthouse-Wohnung in Köln sollen einige der Tatorte im Ausland gewesen sein.

Zeit-Recherche geht von noch mehr Opfern aus und kritisiert Polizei-Arbeit

Recherchen des ZEITmagazins zeigen zudem: Es könnte noch mehr mutmaßliche Opfer geben.

Nachdem die Redaktion Hinweise über mögliche Übergriffe durch Lippoth erhalten hat, haben zwei Autoren monatelang an diesem Fall recherchiert und exklusiv mit Dutzenden Personen aus Lippoths Umfeld gesprochen, mit Kollegen, Angestellten, seiner Agentin, seinem Vater, mit Behörden, Eltern und mutmaßlichen Opfern. Viele von ihnen wurden nie von den ermittelnden Stellen befragt. Zwei mutmaßliche Opfer tauchen nicht in der Anklageschrift auf.

Außerdem stießen die Redakteure auf eklatante Fehler in der Ermittlungsarbeit der Polizei. Über die letzten 25 Jahre hatte es bereits drei Anzeigen gegen Achim Lippoth gegeben. Erst bei der vierten Anzeige im Juni 2021 begann die Polizei mit umfangreichen Ermittlungen.

Die ganze Geschichte lesen Sie ab dem 24. Mai auf
ZEIT On-line
und ab dem 25. Mai im ZEITmagazin.





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