Lifestyle

Wie das Glastonbury Festival nach der Pandemiepause weitermacht


Am Freitagmorgen ist viel los im „Coffee Zero“ in Glastonbury. Die Kaffeemaschine steht nicht still, jede Menge Leute bestellen Toast oder Tee, „with lots of milk and lots of hot water, love“. Sie leben hier, in So­merset, die Barista begrüßt viele mit Na­men. Dieses Städtchen passt zum Festival, das nach ihm benannt ist: pittoresk, hippiesk, mit einem Hang zum Feiern und zu exzentrischen Outfits. Selbst die drei älteren Leute, die auf einer Bank sitzen, schon Bier trinken und Passanten um Spenden bitten, sehen aus, als seien sie mal die Vorband von Janis Joplin gewesen. Jede Menge Leder, Boots mit Absätzen, die Ohr­mu­scheln gesäumt von Dutzenden Ringen. Die Läden und Pubs hier heißen „Yin Yang“, „The Rose Garden“ oder „Crystals“, da gibt es Kristalle, ätherische Öle und Steine und Heilkundebücher, in denen steht, wie man die Steine auflegt. Glastonbury ist eine Hochburg des New Age, der Esoterikbewegung aus den Siebzigern.

Die Welt hat zwei Jahre lang geschlafen. Hinter verschlossenen Türen, Schwarz-Weiß-Filter drauf, Augen zu, weg. Schubst aber jemand die Tür zur Welt auf, wird es grell und laut und wild. Ungefähr so kann man sich das Festival in Glastonbury vorstellen, mit mehr als 200.000 Besuchern eines der größten und legendärsten überhaupt. Kommen nach dem Corona-Schlaf ausgerechnet Musikliebhaber zusammen, Menschen also, die Livemusik schätzen und sich Glitzer ins Gesicht schmieren, die den Tag mit einer Zigarette beginnen und die Zahnpasta mit Dosenbier ausspülen, dann wird es laut und wild und grell.



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