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Würden Sie jetzt noch ein Haus kaufen?


Einfamilienhäuser

Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen immer weiter.


(Foto: Imago/Eberhard Thonfeld)

„Wer soll sich bei diesen Preisen überhaupt noch eine Immobilie leisten können?“, schreibt ein Handelsblatt-Leser. Diese Woche hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass sich die Preise von Häusern und Wohnungen im letzten Quartal 2021 um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht haben – ein Rekordanstieg. Wir haben daher die Handelsblatt-Leserschaft gefragt, ob sie derzeit noch eine Immobilie kaufen würde.

Dazu schreibt ein Leser: „Die Frage nach dem ‚würde‘ stellt sich nicht, es ist ein Mangel an ‚können‘.“ Bei dem derzeitigen Lohnniveau für Menschen unter 40 sei der Traum von Haus nur das – ein Traum. Ein anderer Leser ergänzt: „Die Häuser werden nicht wertvoller, nur immer teurer.“ Ob sich allerdings eine Blase am Markt entwickelt, darüber herrscht Uneinigkeit.

Den Grund für die derzeitigen Immobilienpreise sehen einige Leser in einem „Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage“. Um dieses zu beheben, schlägt ein Leser vor, dass der Staat die Nachfrage von Kapitalanlegern bremsen und die Spekulationsfrist für Immobilien abschaffen sollte.

Ein anderer sieht die Lösung in einem Mehr an Immobilien. Um dies zu erreichen, sollte mehr Bauland freigegeben, höherer Geschossbau erlaubt und sollten unsinnige Bauvorschriften abgeschafft werden.

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Hingegen glaubt ein anderer Leser: „Bezahlbare Wohnungen gäbe es nur, wenn Grund und Boden als Allgemeingut nicht in privater Hand und preisreguliert wäre“, und fügt hinzu: „Kommunen dürften Grundstücke nur in Erbpacht vergeben.“

Aus den unterschiedlichen Zuschriften der Handelsblatt-Leserschaft haben wir hier für Sie eine Auswahl zusammengestellt.

Quick toxische Mischung

„Wer soll sich bei diesen Preisen überhaupt noch eine Immobilie leisten können? Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, steigenden Hypothekenzinsen und stark steigenden Preisen in quick allen Bereichen ist eine quick toxische Mischung, die die ohnehin schon hohen Preise zum Kippen bringen wird. Viele Immobilienbesitzer werden ihre bestehenden Kredite mit neuen Zinsvereinbarungen nicht mehr bedienen können, und es wird wieder ein deutliches Überangebot an Objekten geben, was zwangsläufig zu fallenden Preisen führen muss.

Blase hin oder her – es ist sicherlich keine gute Idee, aktuell zu kaufen.“
Erik Suschall

Lust am Bau genommen

„Wir sind aktuell am Bauen und wurden Opfer der neuen grünen Symbolpolitik: Nachdem wir elf Monate (!) auf eine städtische Baugenehmigung gewartet haben – ein Zeitraum, in dem sich der Preis unseres Vorhabens dank Marktlage durch Corona um 150.000 Euro verteuerte –, wurde uns durch den Förderstopp der KfW sämtliche verbliebene ‚Lust am Bau‘ genommen: Wir bauen ein Energie-40plus-Haus (!) und sind aufgrund der Kostenexplosion bei der Finanzierung von der Bezuschussung abhängig. Das Lesen des jetzt beschlossenen ‚Energiepakets‘ gleicht einem Witz – ‚worst first‘ – additionally die gezielte Subventionierung von Altbestand und das bewusste Abstrafen von Bauherren, die neu bauen, schlägt dem Fass den Boden aus.

Wir haben den Baubeginn nun nach hinten verlegt – aber mit Blick auf steigende Zinsen, leer gefegte Märkte und die weltweiten Entwicklungen müssen wir uns irgendwann fragen, ob es nicht sinnvoller wäre, so schnell wie möglich das Vorhaben zu starten. Auf die Regierung wird hier wohl sowieso kein Verlass sein …“
Sabine Weisel

Der Staat hätte schon längst handeln müssen

„Als junger Familienvater auf Haussuche erlebe ich die steigenden Immobilienpreise sehr viel dramatischer als die derzeit steigenden Energiepreise.

Der Staat hätte hier schon längst handeln müssen, bleibt aber halbherzig in seinen Maßnahmen.

Die aktuellen Immobilienpreise sind Resultat eines Ungleichgewichtes zwischen Angebot und Nachfrage.

Daher sollte der Staat auch die Nachfrage von Kapitalanlegern bremsen und die Spekulationsfrist für Immobilien abschaffen bzw. bei selbst genutzten Immobilien deutlich verschärfen.

Wohnimmobilien sind letztlich lebensnotwendig und dürfen nicht (wie derzeit) zum Spekulationsobjekt verkommen.“
Jan Hettinger

>> Lesen Sie dazu: Sechs Aspekte, die Immobilienkäufer jetzt beachten sollten

Wer Immobilien verbilligen will, muss sie vermehren

„Teuer sind immer knappe Güter, wie hier Immobilien. Wer sie verbilligen will, muss sie vermehren. Das kann man auf verschiedene Weise erreichen. Mehr Bauland freigeben und höheren Geschossbau erlauben, genauso wie teils unsinnig teure Bauvorschriften abschaffen und den sozialen Wohnungsbau besser fördern. Regeln für Bauträger schaffen, die z. T. durch aufgeblasene Overheadkosten gigantische Gewinne erzielen und damit die Endpreise treiben.

Wenn fürs Wohnen mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens bezahlt werden muss, entsteht ein gesellschaftliches Drawback, das nur in dem Dreieck Mietendeckelung – Einkommenserhöhung – Konsumverzicht gelöst werden kann. Alles Present für die Marktwirtschaft.“
Christian Hülsebeck

Preisgefüge muss unweigerlich zu Verwerfungen führen

„Ein Preisgefüge, wie es derzeit am Markt herrscht, muss unweigerlich zu Verwerfungen führen. Ich kann nicht 80 Prozent der Erwerbstätigen dauerhaft über den Kaufpreis vom Markt ausschließen. Nicht nur die utopischen Darlehenslängen von 30 bis 50 Jahren, sondern auch die erforderlichen Mieten führen zum Kollaps.

Ein Investor wird mit zwei Prozent Mietrendite nicht lange klarkommen, insbesondere bei dieser Inflationsrate. Dieses Rechenmodell scheitert, da die Abschreibung wegen der minderwertigen Bauqualität höher sein muss.

Die Hebel sollten somit an allen relevanten Bereichen angesetzt werden. Baugrund, Herstellungskosten und die nachlaufenden Nebenkosten sind wahnsinnig gestiegen. Wenn man jetzt in die Tiefe geht, stellt man fest, dass der ‚Staat‘ alle diese Punkte massiv besteuert.

Letztendlich ist es additionally wieder der unproduktive Wasserkopf mit seiner Regulierungswut.“
Wolfgang Schmauser

Grafik

Vorschläge zur Lösung der Wohnungsnot

„Einige Vorschläge zur Lösung der Wohnungsnot:

  • Immobilien und Grundbesitz müssen als begrenzte Ressource unter öffentliche Kontrolle gestellt werden,
  • Spekulationsverbot, Festlegung von Renditeobergrenzen,
  • Recht der Kommunen, bei jedem Verkauf von Immobilien und Grund Vorschriften zu Artwork und Umfang der weiteren Verwendung zu erlassen – Vorrang von öffentlichen Interessen,
  • Vorkaufsrecht der Kommunen bei allen Immobiliengeschäften,
  • Festlegung von Mietobergrenzen und Grundstückspreisen durch Kommunen,
  • Begrenzung der Größe von privatem Wohnungsbesitz auf das 100-Fache des Eigenbedarfs,
  • erleichterte Möglichkeit der Enteignung bei wiederholtem Missbrauch von Wohneigentum,
  • Reduzierung beziehungsweise Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht für den sozialen Wohnungsbau für die Dauer der Sozialbindung.“

Klaus Marx

Glaube nicht an ein Platzen der Blase

„Ich bin der Meinung, dass zwischen den Preisen, die derzeit für Immobilien bezahlt werden, und deren Wert eine Diskrepanz herrscht. Durch die Zinswende wird sich dieser Preisunterschied etwas verringern, aber an ein Platzen wie zuletzt 2007 glaube ich nicht. Dafür ist die Nachfrage nach Wohnfläche zu groß und der Bedarf an Quadratmeter professional Kopf zu stark gestiegen in den letzten Jahrzehnten.

Aktuell würde ich Immobilien nur verkaufen. Mit einem stärkeren Preisrückgang rechne ich erst ab 2030, wenn mehr Immobilienbesitzer ihre ewige Ruhe finden.

Die Politik sollte dringend dafür Sorge tragen, dass in allen Städten Wohnraum für Sozialhilfeempfänger ausgebaut wird und bezahlbar bleibt.“
Dominik Rau

Häuser werden nicht wertvoller, nur immer teurer

„Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen seit ein paar Jahren rasant an. Die Häuser werden nicht wertvoller, nur immer teurer. Den Preisen stehen keine Leistungen gegenüber. Wir haben mindestens seit 2020 eine Immobilienblase.

Die Immobilien-Zinsen steigen seit einigen Wochen. Wenn später der Häuslekäufer seinen Kredit verlängern muss, wird er ein Drawback haben. Viele werden sich dann wohl von ihrem Eigenheim verabschieden müssen.“
Jürgen Reich

Eine genaue Berechnung ist notwendig

„Der Kauf lohnt sich nur, wenn genug Eigenkapital vorhanden ist. Bei einer Fremdfinanzierung und den niedrigen Mieten im Verhältnis zum Kaufpreis ist eine genaue Berechnung notwendig.

Auch besteht das Risiko selbst in Ballungszentren eines Leerstandes. Nur wer sich das leisten kann, sollte noch kaufen.

Ich kaufe bei einem entsprechenden Preis (Money-Zahlung mindestens 80 Prozent) und einer Lage, bei welcher bei langfristiger Betrachtung noch eine Vermietung möglich ist und die Rendite einigermaßen einen Return bringt.“
Hans-Dieter Finkewirth

Wer kann sich das noch leisten?

„Eine Million Euro für eine Dreizimmer-Wohnung in Köln oder Düsseldorf. Wer kann sich das noch leisten? Leider hat die Politik in der ‚Sozialen‘ Marktwirtschaft keine Möglichkeit, auf die Immobilienpreise Einfluss zu nehmen. Bezahlbare Wohnungen gäbe es nur, wenn Grund und Boden als Allgemeingut nicht in privater Hand und preisreguliert wäre. Kommunen dürften Grundstücke nur in Erbpacht vergeben.“
Karlheinz Hasibether

Der Traum vom Haus

„Die Frage nach dem ‚würde‘ stellt sich nicht, es ist ein Mangel an ‚können‘. Bei dem Lohnniveau für Menschen unter 40 ist der Traum von Haus nur das – ein Traum. Wenn selbst bei bestem Zinsniveau das 300.000-Euro-Haus jeden Monat über 1.000 Euro an Hypothekenzahlungen kostet, dann sind große Teile der Bevölkerung herausgepreist.

Stellt sich abschließend die Frage, wer diese Immobilien besitzt und wer sie trotzdem noch kauft – und aus welcher Gesinnung heraus?“
Christian Schmidt

In der vergangenen Woche diskutierte die Handelsblatt-Leserschaft, ob es wirklich besser wäre, wenn statt aus Russland Energie für Europa künftig aus Katar oder Saudi-Arabien kommen würde.

Wenn auch Sie sich im Discussion board zu Wort melden möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar zu dem Wirtschaftsthema, das Sie diese Woche am meisten beschäftigt. Per E-Mail an [email protected] oder auf Instagram unter @handelsblatt.





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