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Zotenalarm bei den Model-Novizinnen in Folge 9


Wer kennt sie nicht, die bei Fußballromantikern rekurrente Maxime „Der Star ist die Mannschaft“? Ingredienzien dieser Phantasmagorie finden sich nach 17 Jahren Modelnachwuchsverschleiß auch bei Deutschlands bekanntestem Resozialisierungs-Camp für langbeinige Laufsteg-Hoffnungen. Lena Gercke, 2006 die Gewinnerin der ersten Staffel, ist heute Model, Unternehmerin, Moderatorin und neuerdings Sängerin – und in der Leisure-Branche fest etabliert. An diesem Donnerstag dagegen stimmen zwar die Quoten (die Umstyling-Folge hatte kürzlich so viele Zuschauer wie seit 14 Jahren nicht mehr), die Halbwertszeit der Gercke-Nachfolgerinnen hat sich gleichzeitig allerdings signifikant reduziert.

Mittlerweile können sich selbst treueste Followers der Model-Present zu Beginn einer neuen Staffel nur vage an die Vorjahressiegerin erinnern. Da ist GNTM inzwischen wie DJ Ötzi: „Ein Stern, der Deinen Namen trägt“ kennt jeder, die gefühlt 5000 Songs danach haben die Musikgeschichte dann jedoch weniger geprägt als meine zurecht als Sargnagel der Gesangskunst bezeichneten Auftritte in Berliner Karaoke-Bars.

„Give me eyes“

Diese Woche starten die Lieselotte-Festspiele mit einer gnadenlosen Selbstanaylse der 66 Jahre alten Catwalk-Seniorin. Zuletzt hatte sie den Elimination-Stroll in den Wüstensand Nevadas gesetzt, weil sie von den auf englisch vorgetragenen Anweisungen der Gastjuroren weniger verstehen konnte als Lukas Podolski von Quantenmechanik. Unglücklicherweise ist das verbliebene Perspective-Geschwader noch immer in Los Angeles stationiert. Lieselotte stößt additionally weiterhin fortlaufend auf unüberbrückbare Sprachbarrieren. Diese Woche in Kind von Pabllo Vittar, der mit 12,5 Millionen Followern vermutlich bekanntesten Dragqueen der Welt, die den Kandidatinnen zur Vorbereitung auf das erste Taking pictures an die Seite gestellt wird. Pabllo Vittar eröffnet den Reigen an Efficiency-Ratschlägen mit der Aufforderung „Give me eyes“. Dem Gesichtsausdruck von Lieselotte ist zu entnehmen, dass sie in dem Second sowas denkt wie: „Wo bekomme ich denn jetzt so schnell ein Eis her?“

Wünscht sich Eis, äh, Augen: Die aus Brasilien stammende Dragqueen Pabllo Vittar (links) unterstützt Heidi Klum in dieser Folge.


Wünscht sich Eis, äh, Augen: Die aus Brasilien stammende Dragqueen Pabllo Vittar (hyperlinks) unterstützt Heidi Klum in dieser Folge.
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Bild: ProSieben/Richard Hübner


Spätestens als sie erfährt, dass die Models heute an Seilen von einem riesigen Cellular hängen werden, gerät die vorgeschriebene Prä-Euphorie ins Wanken: „Das ist heute schon Jochen-Schweizer-mäßig.“ Mit anderen Worten: Sie hätte lieber einen Gutschein, den sie dann nie einlöst. Immerhin fotografiert ein weiterer Kandidat aus Heidi Klums unerschöpflichen Liste von Lieblingsfotografen: „Marc Baptiste hat schon halb Hollywood fotografiert.“ Additionally „Holly“. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass er eines Tages „Wooden“ auch noch schafft.

Einfach mal mit Freundinnen rumhängen

Für das Hangout mit Marc Baptiste tragen die Bewerberinnen spezielle, sagen wir mal: Kleider. Die Outfits für das heutige Taking pictures sehen aus, als wären die Kandidatinnen zunächst in einen Topf mit Honig und anschließend in einen Altkleidercontainer mit abgelegten Stofftieren gefallen. Bunte Einhörner, Teddybären und Stoffmäuse pressen sich an die Körper der Model-Novizinnen wie am Kühlergrill zerschellte Insekten nach einer fünfstündigen Autobahnfahrt mit zweifelhafter Sorgfalt bei der Einhaltung des Tempolimits.

Hat wieder aus dem Altkleidercontainer herausgefunden: Kandidatin Sophie wird für das Shooting gestylt.


Hat wieder aus dem Altkleidercontainer herausgefunden: Kandidatin Sophie wird für das Taking pictures gestylt.
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Bild: ProSieben/Richard Hübner


Als die ersten Mädchen über einem schmucklosen Parkplatz in einem Vorort der Stadt der Engel baumeln, läuft Heidi Klum zur Instruktions-Hochform auf. Vanessa wird per Megafon in die richtigen Positionen gebrüllt: „Reite den Stern!“ Spontane Freude am Hamburger Baumwall: So viel Aufmerksamkeit für den „Stern“ gab es nicht mehr seit den angeblichen Hitler-Tagebüchern.

Auch Berufs-Enthusiastin Sophie freut sich: „Ich wollte schon immer mal fliegen.“ In dem Second sind TV-Publikum und Sophie erstmals seit Staffelbeginn auf einer Linie. Den Wunsch, Sophie möge endlich fliegen, teilt der Großteil der Zuschauer. In ihrem einhornbedeckten Kleid, das der verantwortliche Stylist vermutlich als Aprilscherz in die Sendung geschmuggelt hat, fühlt Sophie sich wie „Barbie Fairytopia“. Und das ist keine Rapperin mit rosa gefärbten Haaren, die auf OnlyFans Movies ihrer entblößten Geschlechtsorgane an Followers verschachert.



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